Vier Jahre Haft nach Rip-Deal

Innsbruck – Das Geständnis kam spät. Ja, sie habe damals den Koffer mit 500.000 Euro an sich genommen, erklärte gestern am Innsbrucker Lande...

Innsbruck –Das Geständnis kam spät. Ja, sie habe damals den Koffer mit 500.000 Euro an sich genommen, erklärte gestern am Innsbrucker Landesgericht eine zuletzt in Frankreich wohnhafte Serbin. Bei der Verhandlung im November hatte sie das noch bestritten. Die Hintermänner wollte oder konnte die 50-Jährige auch gestern nicht nennen. Mit einem – nicht rechtskräftigen – Schuldspruch von vier Jahren Freiheitsstrafe endete damit ein filmreifer Betrug, der einem Unterländer Unternehmer 500.000 Euro kostete.

Vom Geld aus diesem „Rip-Deal“ fehlt bis heute jede Spur. Der Unternehmer hatte, entgegen allen Ratschlägen, auf ein Geschäft mit einer Immobilie in Kitzbühel gehofft. Und war auf den Vorauszahlungsbetrug hereingefallen. Denn sowohl die halbe Million als auch der angebliche Investor aus Katar waren auf einmal weg.

Ein „Pseudogeständnis“ nannte dann gestern der Staatsanwalt das Umschwenken der Frau. Der Wiener Star-Verteidiger Manfred Ainedter, der die Frau vertrat, hatte ein Gutachten über den psychischen Zustand der Frau einholen lassen. Demnach war die Frau zum Tatzeitpunk zurechnungsfähig, danach hätte sie aber Wahnvorstellungen entwickelt. Womit sich für den Anwalt auch die Aussage im November erklärte.

Richter Josef Geisler sah die Frau nicht als „Kopf einer Bande“, sondern vielmehr als „Läufer“ an. Hinsichtlich der Verantwortung der Frau änderte das aber wenig. Ainedter meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen das Urteil des Schöffensenats an. (mw)

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