C4 Picasso: Ein Traum von Raum

Der Citroën C4 Grand Picasso eröffnet eine neue Dimension entspannten Fahrens. Raumfülle, Interieur und Antrieb machen diesen Citroën zu einem der Besten seiner Klasse und zum Marken-Aushängeschild.

© Reinhard Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Betrachtet man die jüngsten Produkte des PSA-Konzerns (Citroën, Peugeot), so kann man nur sagen, dass die Franzosen die Zeichen der Zeit verstanden haben. Erst am Autosalon in Genf wurde der Peugeot 308 zum Auto des Jahres 2014 gekürt. Indes konnte Citroën mit der fast zeitgleich präsentierten C4-Picasso-Reihe wohl noch nie so viele positive Testberichte einheimsen.

Dies hat seinen Grund: So fällt schon beim Betrachten des Wagens dessen Modernität auf, die ohne Schnickschnack viel Funktionalität bietet. Insbesondere die Front mit den beiden Scheinwerferreihen ist ein Hingucker.

Betritt man den Kompakt-Van dann durch die weit öffnenden Türen, empfängt einen der derzeit wohl am schönsten gestaltete Innenraum seiner Klasse. Allein das Armaturenbrett mit Zentraldisplay und großem Berührungsbildschirm ist aufgrund seines Designs und seiner edlen Materialien ein Genuss.

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Auch sonst lebt es sich im Picasso wie im Designerwohnzimmer. Hell und entspannend die Atmosphäre, großzügig die Platzverhältnisse, durchdacht die Variabilität. Dazu noch jede Menge Ablagen und ein Bediensystem, das zwar einmal nach dem Studium der Gebrauchsanweisung verlangt, danach aber seine Reize hat. „Chapeau, Hut ab!“

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Zum TT-Test rollte der 150-PS-Diesel als „Grand Picasso“ an. Bedeutet: 17 Zentimeter mehr Länge, fünf Zentimeter längerer Radstand, ein riesiger, topf­ebener Koffer­raum mit 645 bis 1843 Litern Laderaum – und die Möglichkeit, den Picasso auch mit sieben Sitzen zu bestellen. Das kostet zusätzliche 737 Euro. Die Zusatzsitze für Volksschulkinder und jünger­e Jugendliche sind bei Nicht­gebrauch problemlos unter dem Ladeboden zu versenken, der Zugang ist dank der nach vorne verschiebbaren Sitze der zweiten Sitzreihe leicht.

Eine äußerst positive Überraschung bot der C4 auch beim Fahren. Die Fahrwerksabstimmung darf als überaus gelungen gelten. Sie stellt nämlich einen tollen Kompromiss zwischen französischem Komfort und deutscher Fahrdynamik dar. So bügelt der C4 dank des langen Radstandes fast alles unter sich weg, lässt aber trotzdem Fahrfreude aufkommen. Nächste Überraschung: Auch alte Citroën-Kritikpunkte, wie labbrige Schaltung und gefühllose Lenkung, gehören der Vergangenheit an. So vermittelt der Picasso ausreichend Bodenkontakt und lädt über sein knackiges Sechsganggetriebe zum Schalten ein.

Viel zum Fahrspaß trug freilich auch der 150-PS-Diesel bei. Dank 370 Newtonmetern Kraft lässt das Aggregat 1620 Kilogramm Leergewicht vergessen und schiebt den Van ungewöhnlich nach­haltig nach vorne. Die Daten beweisen: von 0 auf 100 km/h in 9,8 Sekunden! Gleichzeitig bleibt genügend Kraft zum Bummeln bei niedrigen Drehzahlen. Da sich der Euro6-Motor jedoch trotzdem nie so richtig anstrengen muss, fiel auch der Verbrauch im Test mit 6,2 Liter angenehm niedrig aus.

Leider ist das große Motorenglück unter 27.550 Euro nicht zu haben – was im Konkurrenzumfeld aber immer noch als wohlfeil gelten darf.

Der noch ausreichende 115-PS-Diesel ist da als „Seduction“ 2000 Euro billiger.

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Unser vollausgestatteter „Exclusive“ verlangt nach 32.850 Euro. Citroën lässt derzeit über Trennungsprämie und Finanzierungsbonus jedoch 3000 Euro nach.


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