Die Zeichen der Zeit erkannt

Mit frischem Wind soll der Opel Insignia die Rüsselsheimer Ingenieure endgültig in die Liga der Oberklasse Limousinen katapultieren.

Die leichten Modifikationen am Kleid des Insignia reichen aus, um ihn noch eleganter wirken zu lassen.Foto: Luc

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Es war in den wilden 60igern und 70igern als die Ingenieure aus Rüsselsheim zu einem Weltkonzern gehörten. Modelle wie der Opel Kadett oder Record wurden zum Kassenschlager, und jedes fünfte deutsche Auto, das über die damaligen Schnellstraßen fuhr, war ein Opel. Doch die Zeiten änderten sich und Opel viel in ein tiefes Loch aus dem es sich noch heute heraus zu kämpfen gilt.

Seid 2008 hat Opel jedenfalls wieder einen ernst zu nehmenden Gegner in der Oberklasse am Start: den Insignia. Bis heute hat er sich immerhin über ein halbe Million mal verkauft. Um den Druck auf die Konkurrenz aufrecht zu erhalten hat man dem Insignia letztes Jahr zudem eine Frischzellenkur verpasst.

Die Modifikationen am Blech der Limousine vielen zwar sehr dezent aus, sind aber dennoch deutlich wahrnehmbar. Die Front des Rüsselsheimers ziert nun ein vergrößerter Kühlergrill und die Frontschürze mit den integrierten Nebelleuchten wurde überarbeitet. Zudem erhielten die Scheinwerfer Tagfahrleuchten mit LED-Leuchtband. Noch auffälliger sind die Änderungen am Heck des Insignia. Auch hier kommen LED-Leuchten zum einsatz und eine Chromspange, ähnlich wie beim Cascada, rundet das Hinterteil ab. Alles in Allem ist der Auftritt noch eleganter als vorher.

Die eigentlichen Neuerungen finden sich allerdings im Innenraum. Die Ergonomen haben mit dem Wirrwarr an Knöpfen endlich aufgeräumt. Stattdessen leuchtet jetzt ein acht Zoll großes Farbdisplay aus der Mittelkonsole heraus. Der Fahrer kann sämtliche Einstellungen wahlweise mittels Touch-Display eingeben oder auf eine Art Controler zurückgreifen wie man sie von Notebooks her kennt. An dieser Bedienart könnten die Techniker allerdings noch feilen.

Das Platzangebot im Insignia fällt immer noch recht üppig aus. Sowohl vorne als auch auf den hinteren Reihen kann man angenehm sitzen und wer verreist kann trotzdem auf 500 Liter Stauraum (bei umgeklappter Rückbank sind es 1015 Liter) zurückgreifen.

Angetrieben wurde unsere Limousine von einem 2-Liter-Diesel der 163 PS leistete. Sein üppiges Drehmoment von 350 Nm (beim Overboost sind es sogar 380 Nm) wuchtet der Selbstzünder schon knapp über der Leerlaufdrehzahl auf die Kurbelwelle, was dem mit seinen 1,7 Tonnen Gewicht doch recht wuchtigen Kerlchen, dennoch zu einem recht sportlichen Antritt verhilft. Unterstrichen wird dieser Eindruck vom FlexRide Premium-Fahrwerk über das unser Opel verfügte. Die elektronische Dämpfereinstellung überwacht die Fahrwerksbewegungen und reagiert blitzschnell auf unterschiedliche Fahrsituationen. Zudem hat der Fahrer die Möglichkeit aus drei unterschiedlichen Fahrmodi zu wählen. Vor allem im Sport-Modus spricht der Selbstzünder deutlich schneller an.

Wirklich überrascht hat uns der Insignia allerdings an der Zapfsäule. Selbst bei schnellerer Gangart schluckt der Diesel selten über 7,5 Liter und so bescheinigte uns der Bordcomputer einen 7-Liter-Schnitt nach 14 Testtagen. Im Vergleich mit der Konkurrenz kann sich das durchaus sehen lassen.

Beeindruckt hat uns auch der Preis: Die Limousine ist bereits ab 23.490 Euro zu haben. Wer zur entsprechenden Motorisierung greift und den einen oder anderen Haken bei der Feature-Liste setzt muss dann für unseren Testwagen 44.952 Euro hinblättern.


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