„Wir sind lieber gleich berechtigt als später“

Innsbruck – Samstag, 8. März, 15 Uhr, vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck. Ein Fremdenführer samt Schirm und Japanern im Schlepptau stutzt. ...

Innsbruck –Samstag, 8. März, 15 Uhr, vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck. Ein Fremdenführer samt Schirm und Japanern im Schlepptau stutzt. Heute ist viel los vor Innsbrucks Wahrzeichen. Transparente werden gehalten, Fahnen geschwenkt und aus dem Lautsprecher tönt „Bella ciao“, die Hymne der kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung. Es ist internationaler Frauentag und etwa 100 Demonstrantinnen und Demonstranten sind gekommen, um auf die Situation der Frauen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. „Solidarisieren – mitmarschieren“ fordert eine junge Frau durch das Megaphon. Zu dieser Demo zum Frauentag, oder wie es hier auf Transparenten heißt „Frauenkampftag“, hat die demokratische Frauenplattform Tirol aufgerufen. Sie vereint Frauenorganisationen unterschiedlicher Couleurs. Einen nicht unerheblichen Anteil bilden die migrantischen Frauenorganisationen. Ein Mädchen steht in der Menge. Sie trägt eine Stofftasche mit der Aufschrift „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“. Doch an diesem Tag sind zahlreiche Demonstranten Männer. „Die Zukunft ist weiblich“, sagt der Innsbrucker Andreas Wiesinger und „Wir Männer wollen auch, dass die Frauen endlich gleichberechtigt sind“.

Transparente fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, auf einem anderen Plakat ist zu lesen: „Wir sind lieber gleich berechtigt statt später.“ In einer engagierten Rede weist Christine Kaiser vom VSStö darauf hin, dass es noch lange keine Gleichstellung gibt.

Szenenwechsel: Vor der Annasäule steht ein überdimensionaler Frauenkopf als mobiles Denkmal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Die FrauenLesbenvernetzung macht in bunten Flyern darauf aufmerksam, dass „die Familie nachweislich der gefährlichste Ort für Frauen und Kinder ist. 30 bis 40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet“. Die Aktion steht unter der Devise „Wir gehen mit unserer Stimme in die Luft“. (pla)

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