Volksanwaltschaft prüft umstrittenen Pendlerrechner

Die Strecken beim neuen Pendlerrechner des Finanzministeriums seien häufig fehlerhaft und unrealistisch, kritisiert die Volksanwaltschaft.

Wien –Die Volksanwaltschaft prüft den umstrittenen „Pendlerrechner“ des Finanzministeriums. „Es ist offenkundig, dass gravierende Probleme bei der Berechnung der Fahrt­routen zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte bestehen. Die vom Pendlerrechner vorgegebenen Fahrtrouten sind häufig fehlerhaft und unrealistisch“, begründete Volksanwältin Gertrude Brinek am Freitag die Einleitung des Prüfverfahrens.

Das Finanzministerium hat nach Protesten der Arbeiterkammer bereits eine Überprüfung des Pendlerrechners angekündigt. Mit diesem neuen Instrument (www.bmf.gv.at/pendlerrechner) wird ermittelt, wie viel Pendlerpauschale den betroffenen Arbeitnehmern zusteht.

Angesichts von Bürgerbeschwerden hinterfragt die Volksanwältin zudem, dass Arbeitnehmer verpflichtet sind, den ausschließlich im Internet zur Verfügung stehenden Pendlerrechner zu verwenden. „Schlimm genug, wenn man einen Internetzugang haben muss, um zur Pendlerpauschale zu kommen. Wenn schon eine Verpflichtung zur elektronischen Selbstberechnung besteht, sollte dies jedoch fehlerfrei sein“, merkte die Volksanwältin an.

Nicht einzusehen sei, dass Fehlberechnungen von Fahrt­routen – und damit eine geringere Pendlerpauschale – erst rund ein Jahr später im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung richtiggestellt werden können. Und Brinek kritisiert, dass der Pendlerrechner teils längere Fahrten mit dem Auto vorgibt als erforderlich – „er animiert also geradezu dazu, sich mit dem Auto fortzubewegen“.

Die Volksanwältin ersucht Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) um Stellungnahme, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Probleme mit dem Pendlerrechner zu lösen – und warum Massenverkehrsmittel in den Pendlerrechner aufgenommen wurden, die nicht das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. (TT, APA)


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