Tiroler Polizei fahndet nach Menschenhändler

Mit einer Anzeige gegen ihren Zuhälter löste eine 18-jährige Prostituierte aus Bulgarien Ermittlungen des LKA wegen Menschenhandels aus und handelte sich selbst eine Verleumdungsanzeige ein.

(Symbolfoto)
© APA/HELMUT FOHRINGER

Innsbruck – Sie sei von ihrem Zuhälter, einem 39-jährigen Bulgaren, vor zwei Jahren nach Tirol verschleppt und zur Prostitution gezwungen worden: Mit dieser Aussage löste eine 18-jährige Bulgarin kürzlich umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamtes aus. Und die endeten jetzt mit einer Verleumdungsanzeige gegen die Prostituierte.

„Nach der Festnahme des 39-Jährigen stellte sich heraus, dass die Frau nicht die Wahrheit gesagt hat“, sagt Lukas Ettmayer vom Landeskriminalamt. Wie die Ermittlungen ergaben, hat ein anderer Mann die Bulgarin nach Tirol verschleppt. „Nach ihm wird jetzt gefahndet“, erläutert Ettmayer. Sie habe sich rächen wollen, begründete die Prostituierte ihre falschen Angaben bei der Polizei-Einvernahme.

Der 39-Jährige wurde auf freien Fuß gesetzt. Allerdings nicht als Unschuldslamm – der Bulgare ist nach wie vor verdächtig, die 18-Jährige als Zuhälter ausgebeutet und ihr einen Standplatz am Straßenstrich zugeteilt zu haben. Außerdem soll er die Prostituierte mit dem Umbringen bedroht und misshandelt haben, als sie jetzt in die Heimat zurückkehren wollte. (tom)


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