Gesellschaft

„Jugend will mehr Freiräume“

Landecks Streetworker sehen Bedarf für „mehr Freiräume im öffentlichen Raum“. Der für Jugend zuständige Stadtrat Niederbacher plant erste Jungbürgerfeier seit 13 Jahren.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Wie lebt die Jugend heute in einer kleinen Bezirksstadt? Wo drückt der Schuh in Landeck? Gehen junge Leute mit ihrem Smartphone vorwiegend auf Tauchstation? „Nein, die Jungen verstecken sich gewiss nicht“, weiß Norbert Zangerl, Leiter des dreiköpfigen Streetworker-Teams vom Landecker Jugendtreff „LA Jump in“. „Bei den Leuten, mit denen wir in Kontakt sind, ist Facebook die wichtigste Kommunikationsplattform.“ Das „LA Jump in“ hat seinen Sitz im Landecker Altwidum, zudem sind die Streetworker in Dingen mobiler Jugendarbeit unterwegs. Das Team führt wöchentlich mehr als 30 Beratungsgespräche mit Leuten zwischen 13 und 20 Jahren. „Wir sind Ansprechpartner für alles, der Bogen reicht von Schule und Elternhaus bis zu mehr oder weniger bekannten Suchtproblemen“, schildert Zangerl, „es gibt jede Woche neue Überraschungen.“

Die Zufriedenheit der Jugend mit der Freizeitinfrastruktur in der räumlich beengten Stadt Landeck stuft er als „mittelprächtig“ ein. In den Bereichen Sport und kreative Workshops sei einiges möglich. Defizite gebe es bei den „Freiräumen im öffentlichen Raum“. Landeck biete eindeutig zu wenig, um breite, offene Jugendarbeit gestalten zu können.

Politisch für Jugend, Familie und Soziales zuständig ist Stadtrat Mathias Niederbacher: „Ich bin überzeugt, dass wir der Jugend gute Rahmenbedingungen bieten. Aber mir ist klar, dass es unendlich viele Wünsche gibt.“ Die Stadt unterstütze die jungen Leute vor allem bei Veranstaltungen. „Die Band-Börse zählt zu den gefragten Einrichtungen. Heuer wird die Börse drei- bis viermal stattfinden“, weiß Niederbacher. „Da haben unsere Nachwuchsmusiker die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten.“

Bis 2001 gab es im Zweijahresrhythmus auch eine Jungbürgerfeier. Seither ist diese Feier eingeschlafen. Niederbacher und sein Ausschuss-team planen eine Wiederbelebung: „Eine Schülergruppe an der Landecker HAK arbeitet am Konzept.“ Er möchte aber nicht unbedingt eine Veranstaltung mit amtlichem Charakter. „Unser Ziel ist es, dass die jungen Landeckerinnen und Landecker diese Feier möglichst aktiv mitgestalten“, betonte der Stadtrat.

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