Standort Tirol

Außervillgraten sucht Finanziers

Beim Kraftwerksprojekt im Winkeltal macht die Gemeinde Fortschritte. Nur das Geld dafür fehlt noch.

Von Catharina Oblasser

Außervillgraten –Der Winkeltalbach soll bald Strom für die Gemeinde Außervillgraten erzeugen. Geplant ist ein Ausleitungskraftwerk mit einer Wasserfassung nahe des Gasthofs Reiterstube. Das Krafthaus wird etwa 4,5 Kilometer flussabwärts am Ortsrand der Villgrater Gemeinde entstehen. Elf Gigawattstunden Jahresleistung soll die Ausbeute sein.

Das Projekt schreitet gut voran: Für den 2. April ist die mündliche Verhandlung zu Forst- und Wasserrecht angesetzt. „Sobald wir da einen positiven Bescheid haben, kommt noch das naturschutzrechtliche Verfahren“, erklärt der Außervillgrater Bürgermeister Josef Mair. „Dann könnten wir anfangen.“

Ein Hindernis steht bis dato der Umsetzung aber noch im Weg: Die Gemeinde weiß noch nicht, wie sie das Werk finanzieren soll. „Über den Daumen gepeilt, kostet das Projekt um die zehn Millionen Euro“, gibt Mair Auskunft. „Die Finanzierung wird eine Herausforderung.“ Laut dem Bürgermeister gebe es im Ort Privatpersonen, die Interesse an einer Beteiligung hätten. Wie viel Prozent die Gemeinde selbst maximal übernehmen kann oder darf, ist für Mair noch nicht klar. „Das müssen wir auch mit der Aufsichtsbehörde noch besprechen.“

Nicht vorgesehen ist für Mair jedenfalls, dass die Firma Infra, die auch am Kraftwerk im Virgental beteiligt ist, mit einsteigt. „Die Infra ist nur die Planungsfirma, eine Beteiligung ist nicht vorgesehen“, erklärt der Bürgermeister. Ob die Tiwag ein möglicher Projektpartner sein könnte, will Mair auch noch nicht sagen. Von der Tiwag traf bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ein. Entsprechend unsicher ist auch der Zeitplan der Umsetzung. „Heute kann ich noch nicht sagen, wann wir mit dem Kraftwerk beginnen“, meint der Bürgermeister. „Für eine Verzögerung würde schon reichen, dass formell etwas nicht in Ordnung ist. Deshalb wäre es verfrüht, schon einen Baubeginn zu definieren.“ Umweltlandesrätin LHStv. Ingrid Felipe rät ebenfalls zu Geduld: „Das Projekt ist klar zu prüfen.“

Das Kraftwerk Winkeltal ist übrigens nicht das einzige Vorhaben im Villgraten. Nur wenige Kilometer weiter taleinwärts plant die Gemeinde Innervillgraten seit Jahren ein Werk an Staller- und Kalksteinbach. Die Akten und Einsprüche zum Verfahren füllen mittlerweile Bände.

Dass in Außervillgraten alles glatt läuft, begründet Mair mit der Transparenz, auf die die Gemeinde von Anfang an baute. „Wir setzten von Anfang an auf 100 Prozent Information für die Bevölkerung. Die Stimmung für das Projekt war immer positiv.“

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Catharina Oblasser

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