Justiz und Kriminalität

70-Jähriger vergriff sich an Kleinkindern

(Symbolfoto)
© TT / Thomas Böhm

Von Reinhard Fellner...

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Wie differenziert schon Kinder im Alter von fünf und neun Jahren Missbrauch deuten und artikulieren können, zeigte ein gestriger Fall am Landesgericht. Angeklagt war dort ein im Unterland lebender Serbe wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen.

Die vertrauensvolle Stellung eines Hausmeisters hatte der 70-Jährige von 2009 bis 2013 zu Übergriffen an kleinen Mädchen und Buben ausgenützt. Scheinbar harmlose Kitzeleien, Griffe und Hilfestellungen am Spielplatz führten die Hände des Pensionisten dahin, wohin sie nicht hin sollten.

Da der 70-Jährige die Vorfälle am Hof jedoch standhaft leugnete, war eine genaue Vernehmung der Kinder notwendig. Dabei wiederholten auch die Kleinsten ihre Erzählungen gegenüber den Eltern vor den Experten des Landeskriminalamts widerspruchsfrei. Vielmehr wussten sie genau zwischen zufälligem Hingreifen auf die Kleidung und absichtlichen Berührungen zu unterscheiden.

Wohl aufgrund des Vorhalts dieser Beweislast durch Staatsanwältin Birgit Unterguggenberger entschloss sich der 70-Jährige gestern doch noch zu einem vollen Geständnis. Seine Verteidigung war jedoch geschmacklos und grotesk: „In Serbien ist es völlig üblich, dass man kleine Kinder an allen möglichen Stellen kitzelt. Da wäre so etwas ja gar nie strafbar!“

Staatsanwältin Unterguggenberger erinnerte daran, dass sich auch Serbien mittlerweile im 21. Jahrhundert befindet und sie dem Angeklagten keine Silbe glaube. Wohl auch nicht der Schöffensenat: 12 Monate Haft – vier davon unbedingt – ergingen nicht rechtskräftig.

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