Revolte in der SPÖ

Reheis: „Anonymes Schreiben gehört in den Papierkorb“

SPÖ-Chef Gerhard Reheis.
© Thomas Böhm / TT

Gerhard Reheis beharrt darauf, seinen Klubobmann-Posten bis 2018 behalten zu wollen. Stellvertreter Thomas Pupp ist weiter für einen Wechsel.

Innsbruck - Der geschäftsführende Tiroler SPÖ-Parteivorsitzende Gerhard Reheis will trotz der Revolte dreier Bezirksorganisationen weiter an seinem Klubobmann-Posten festhalten. Er sei bis zum Jahr 2018 als Klubobmann gewählt und wolle diese Funktion auch bis dahin ausüben, sagte Reheis am Montag vor einer Klubsitzung im Landhaus.

Er habe sowohl die Mehrheit der Landtagsabgeordneten als auch der Partei hinter sich, meinte Reheis. Die Aussendung von Funktionären aus den Bezirken Schwaz, Kufstein und Kitzbühel vom Sonntag mit der Forderung nach dem Rückzug von Reheis und weiteren Getreuen bezeichnete der Klubobmann als „anonymes Schreiben“, das „in den Papierkorb“ gehöre.

Auf die Frage, ob man angesichts der Tatsache, dass das Schreiben vom Geschäftsführer der Bezirke Kufstein und Kitzbühel, Michael Schiestl, ausgesandt wurde, wirklich von einem anonymen Schreiben sprechen könne, erklärte Reheis, er wisse nur von einem solchen. Aber man werde mit dem Geschäftsführer jedenfalls „Besprechungen zu führen“ haben.

Die Bezirksfunktionäre hatten Reheis sowie die ihn unterstützenden Mitstreitern wie Gabriele Schiessling, Abg. Gisela Wurm und Bundesrat Hans-Peter Pock aufgefordert „endlich die Zeichen der Zeit erkennen“ und „sofort den entscheidenden letzten Schritt“ setzen.

Klubobmann-Stellvertreter Thomas Pupp bekräftigte vor der Sitzung seine Forderung, dass es im Zuge der Parteireform auch ein Wechsel an der Klubspitze zu vollziehen sei. Mit dem Schreiben der Funktionäre aus den drei Bezirken konfrontiert, meinte er, dass es sich nicht um eine anonyme Aussendung handle.

Der seit 2012 als geschäftsführender Parteivorsitzender amtierende Reheis hatte am vergangenen Montag angekündigt, beim Parteitag im Juni nicht für das Amt des Parteichefs zu kandidieren. Er schlug stattdessen dem Gremium den Bürgermeister der Oberländer Gemeinde Roppen und Gewerkschafter Ingo Mayr (48) vor. Dieser wurde daraufhin vom Parteivorstand für das Amt „empfohlen“, eine Abstimmung erfolgte nicht.

Reheis erklärte jedoch, weiter Klubobmann bleiben zu wollen. Diese Ansage mündete daraufhin in einen parteiinternen Machtkampf. Zwei Tage nach dem Parteivorstand setzten sich zwei der insgesamt fünf roten Landtagsabgeordneten, Thomas Pupp und Elisabeth Blanik, von Reheis ab und forderten auch dessen Rückzug als Klubchef. (tt.com, APA)

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