Standort Tirol

Angst vor Lärm und Staub

Ein Anrainer und ein Quellennutzungsberechtigter wehren sich gegen eine geplante Bodenaushubdeponie am Arzberg in Schwaz. Der künftige Deponiebetreiber beruhigt.

Von Angela Dähling

Schwaz –Ruhig, sonnig und ein herrlicher Blick ins Inntal. Das zeichnet den Arzberg in Schwaz aus. Der Schwazer Autohausbesitzer Günther Picker fürchtet, dass es mit der Ruhe am Arzberg bald vorbei sein könnte. Und auch mit der guten Luft. Denn in der Nachbarschaft seines Wohnhauses am Arzberg plant die Erdbewegungsfirma Ledermair eine Bodenaushubdeponie, mit der eine Kulturgrundverbesserung einhergehen soll. Heute findet dazu die mündliche Verhandlung auf Einladung der Bezirkshauptmannschaft (BH) Schwaz statt.

Was Picker dem öffentlichen Aushang zur Anberaumung der Verhandlung entnommen hat, empört ihn. Ist darin doch von einer 16.700 Kubikmeter großen Deponiefläche, täglich bis zu zehn Lkw-Anfahrten und einem Deponiezeitraum von fünf Jahren die Rede. Die Zulieferzeiten sind täglich mit 7 bis 18.30 Uhr sowie samstags 7 bis 15 Uhr angegeben.

Eine solche Lärm- und Staubbelastung in einem Naherholungsraum könne er als betroffener Anrainer nicht gutheißen, sagt Picker. Parteienstellung in dem heutigen Verfahren hat er nicht. Ebenso wenig hat die Alois Ortner. Ortner versteht das in seinem Fall nicht. „Denn ich habe auf dem Areal ein immerwährendes Wassernutzungsrecht, das auch grundbücherlich gesichert ist“, erklärt er. Mit dem Recht sei auch ein jederzeitiges Betreten des geplanten Deponiegrundstücks zur Instandhaltung und Kontrolle der Quelle verbunden. Ortner fürchtet, dass mit der geplanten Beschüttung von durchschnittlich 3,6 Metern (und maximal 7,8 Meter) und der Verdichtung eine Quellschüttverminderung oder sogar eine Zerstörung zu erwarten ist. All dies teilte er auch der zuständigen Umweltabteilung in der Bezirkshauptmannschaft mit und bat um Akteneinsicht. „Die wurde mir aber verwehrt“, erklärt er. Besonders das geologische Gutachten hätte ihn interessiert. „Der ganze Berg ist durch den einstigen Silberabbau mit Stollen durchzogen, weshalb ich Einbrüche durch die Aufschüttung befürchte“, sagt Ortner.

Dass Ortner weder Akteneinsicht noch Parteienstellung hat, erklärt der Leiter der Umweltabteilung in der BH Schwaz, Markus Gasser, so: „Es handelt sich um ein vereinfachtes Verfahren nach Paragraph 50 des Abfallwirtschaftsgesetzes.“ Parteienstellung hätte dabei nicht mal die Gemeinde. Laut Auskunft von BM Hans Linter wird aber ein Mitarbeiter des Schwazer Bauamtes an der Verhandlung teilnehmen. „Denn wir sind Straßenerhalter“, sagt Lintner. Zum Quellennutzungsrecht Ortners sagt Markus Gasser: „Meines Wissens wurde die Quelle nicht auf dem Deponiegrundstück gefassen, sondern bei der Straße. Ob Herr Ortner Parteienstellung hat, werden wir prüfen, ebenso, ob die Quelle beeinträchtigt werden könnte.“ Er werde niemandem eine ihm zustehende Parteienstellung nehmen. Ob unzumutbare Belastungen für Nachbarn anstehen, würden ebenfalls Sachverständige prüfen.

Projektwerber Huber Ledermair betont, man habe nichts zu verbergen. „Es handelt sich um eine große Senke neben der Straße, die wir im Namen des Grundeigentümers mit Bodenaushub von Schwazer Häuslbauern aufschütten, damit sie leichter bewirtschaftet werden kann.“ Es werde auch Tage und Monate geben, an denen keine einzige Lkw-Anlieferung erfolge. Gerüchte, wonach aus dem Grünland später Bauland werden soll, dementiert BM Hans Lintner: „Es gab mal Überlegungen, aber diese Entwicklung ist nicht möglich, weil sie von der Raumordnungsabteilung des Landes für den gesamten Bereich am Arzberg abgelehnt worden ist.“

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