„Kirche braucht uns junge Leut’!“
Die Diözese Innsbruck will von den jungen Katholiken wissen, wie sie ihre Kirche sehen. Mit der „Tournee 14“ geht die Jungschar hinaus und besucht 47.000 Jugendliche in den 76 Seelsorgeräumen im Land.
Von Christoph Mair
Rum, Innsbruck –Lautes Stampfen dringt aus dem Turnsaal der Volksschule Neu-Rum, abgelöst von einem lauten, vielstimmigen Chor: „Kirche braucht uns junge Leut’. Wir reeeeden mit.“
Das ist es, wozu die Diözese Innsbruck zu ihrem heurigen 50-Jahr-Jubiläum Kinder und Jugendliche animieren will: zum Mitdenken und Mitreden, zum Mittragen von Kirche. Dazu schwärmen Freiwillige der Katholischen Jugend und Jungschar aus, zu den 47.000 jungen Katholikinnen und Katholiken in den 76 Seelsorgeräumen der Diözese Innsbruck. Dabei wollen sie niemanden missionieren, keine Predigten halten, sondern erfahren, was den jungen Gläubigen an ihrer Kirche gefällt und was nicht. Wo ihre Wünsche und Bedürfnisse liegen. Dabei wählt die Jungschar mitunter unkonventionelle Zugänge.
Im Programm für die Kinder verwandelt sich Jugendseelsorger Wolfgang Meixner mit Plüschohren und -fliege in Klaus, die Kirchenmaus, die durch den Nachmittag führt. Den Kindern werden verschiedene Aufgaben gestellt. Beim Erraten von katholischen Feiertagen im Jahreskreis wird ansatzweise deutlich, vor welchen Herausforderungen die katholische Kirche bei den Jungen steht. Auf den Hinweis, dass beim gesuchten Fest eine Person mit rotem Mantel handle, platzt es aus einigen Kindern heraus: „Der Weihnachtsmann.“ Gesucht war der heilige Martin. Doch andere Fragen, wie z. B. ob es in der eigenen Pfarre Menschen gibt, die anderen helfen, bejahen viele Kinder. So wird Kirche für sie spürbar. Später am Nachmittag stellen die Verantwortlichen den Jugendlichen vier Wege vor, aus denen Kirche besteht: Gemeinschaft, Nächstenliebe, Botschaft, Feiern. Wieder werden Fragen gestellt: Gibt es eine Botschaft, die dir gefällt, die dich interessiert? „Das hängt vom Pfarrer ab“, lautet eine ehrliche Antwort. Genau das will die „Tournee 14“. Kinder und Jugendliche sollen ihre Meinung äußern und Wünsche formulieren. Die Ergebnisse werden beim Diözesanfest am 20. September dem Bischof übergeben. „Wir schauen uns an, was können wir selbst umsetzen, was müssen wir weitergeben“, sagt Jugendseelsorger Meixner. Die diözesane Jugendtournee kommt offenbar an. Victoria Lederer, Laura Eller und Raphaela Lüth aus Innsbruck betonen, dass sie als Firmlinge verpflichtet seien, teilzunehmen. „Aber wir wären auch freiwillig gekommen, weil uns die Themen interessieren.“