Gesellschaft

Der sozialen Berufsfeuerwehr für Familien fehlt es an Geld

Die Caritas unterstützt Familien, die etwa durch Krankheit der Mutter oder des Vaters an ihre Grenzen geraten. Die Unterstützung durch das Land fehlt.

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Manchmal kommt es für Familien ganz schön dick. Herr U. hat vor Kurzem einen Herzinfarkt erlitten, seine Frau muss längere Zeit im Krankenhaus bleiben. Zuhause sind drei kleine Kinder zu versorgen. Der Vater fühlt sich überfordert. „Das ist ein klassischer Fall, in dem sich Familien an uns wenden“, erzählt Melanie Knapp, Einsatzleiterin der Familienhilfe bei der Caritas. Sie betont, dass jede Familie in Tirol die Möglichkeit hat, Familienhilfe anzufordern. Der sozial gestaffelte Stundentarif für eine Familienhelferin bewegt sich für die Bezieher zwischen dem Mindestsatz von 2,88 Euro und 17,92 Euro. „Wenn es Familien nicht möglich ist, den Selbstbehalt aufzubringen, übernimmt die Caritas in begründeten und belegten Fällen die Kosten“, sagt Knapp. Die Familienhelferinnen gehen individuell auf die Situation vor Ort ein. Sie übernehmen die Betreuung der Kinder und organisieren den Haushalt. Während das flächendeckende Angebot der Sozialpädagogischen Familienhilfe der Caritas durch die Kinder- und Jugendhilfe des Landes (Jugendwohlfahrt) vorbildhaft finanziert ist, wurde die Förderung für die „klassische“ Familienhilfe durch das Land ersatzlos gestrichen. „Die klassische Familienhilfe hat eine präventive Funktion. Sie sorgt dafür, dass es zu keiner Überforderung der Erziehungsberechtigten kommt“, erzählt Knapp. Das soziale Netz sei heute vielfach nicht mehr gegeben.

Caritas-Direktor Georg Schärmer ist die Familienhilfe ein Herzensanliegen. Er sieht sie als soziale Berufsfeuerwehr. Die Familienhilfe wurde 1948 in Tirol gegründet. 2009 ist das Land aus der Finanzierung ausgestiegen. „Das war ein gesundheits- und sozialpolitischer Betriebsunfall“, so Schärmer. Die Caritas fordert eine flächendeckende Versorgung mit Familienhelferinnen. Derzeit arbeiten in ganz Tirol 15 Familienhelferinnen. Auch die Sozialsprengel stellen Familienhelferinnen. „Mit 35 fänden wir das Auslangen. Das würde 2,1 Millionen Euro kosten“, sagt Schärmer. Finanzierbar wäre das, wenn ein Drittel das Land trägt, ein Drittel die Gemeinden und die Familien ein Drittel durch Selbstbehalt finanzieren. Umgerechnet seien das beim Land 1 Euro pro Einwohner, bei den Gemeinden ebenso viel.

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