Champions League

Beckenbauer kritisiert Bayern trotz souveränem Aufstieg

Der „Kaiser“ forderte nach dem Heimremis gegen Arsenal mehr Willen zum Abschluss. Trainer Pep Guardiola war hingegen vollends zufrieden.

München/Madrid - Bayern-München-Trainer Josep Guardiola ist nach dem Champions-League-Viertelfinaleinzug auch ohne ein weiteres Spektakel seines Star-Ensembles zufrieden gewesen.“Wir haben sehr intelligent gespielt“, lobte der Spanier David Alaba und Co. am Dienstag nach dem glanzlosen 1:1 gegen Arsenal. Der AC Milan wiederum bekam nach dem K.o. gegen Atletico Madrid die volle mediale Härte zu spüren.

„Wir wollten die Konter von Arsenal kontrollieren, wir wollten das Spiel kontrollieren“, erklärte Guardiola nach der Partie. Das 1:1 reichte, um nach dem 2:0 im Hinspiel zum 13. Mal die Runde der letzten Acht in der Champions League zu erreichen. 3,9 Millionen Euro Preisgeld gab es von der UEFA obendrein für den Titelverteidiger.

„Insgesamt war das Weiterkommen niemals gefährdet, deswegen war es eine souveräne Vorstellung“, betonte der eingewechselte Thomas Müller. „Das Wie ist am Tag danach egal.“ Der WM-Torschützenkönig hätte in der Nachspielzeit das 2:1-Siegtor erzielen können, scheiterte mit seinem Strafstoß aber an Arsenal-Keeper Lukasz Fabianski. Zuvor hatte Bastian Schweinsteiger (55.) zum Jubel von Steuersünder Uli Hoeneß auf der Tribüne das 1:0 erzielt. Lukas Podolski glich nur zwei Minuten später aus.

Kritik am Spiel der Bayern wurde prompt von Club-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer laut. „Ja, wenn das die Philosophie ist, dann werden wir noch unsere Freude haben“, meinte er auf „Sky“ ironisch. „Dann werden sie wahrscheinlich irgendwann so spielen wie Barcelona, wo du nicht mehr hinschauen kannst, weil sie auch auf der Torlinie den Ball noch rückwärts spielen“, sagte der „Kaiser“ und forderte etwa auch Schüsse aus der zweiten Reihe.

Für Arsenal-Coach Arsene Wenger war ein Sieg in Reichweite. „Ich denke, sie waren in der Defensive verwundbar, wir haben das nicht ausgenützt“, meinte der Franzose und haderte immer noch mit dem Hinspiel. „Wir haben dieses Duell insgesamt zu Hause verloren.“ Auch Podolski war enttäuscht: „Wir hätten uns mehr Chancen erarbeiten müssen. Das zweite Tor im Hinspiel hat uns ein bisschen gekillt.“

Milans Balotelli in der Kritik

Milan wurden in Spaniens Hauptstadt nach dem 0:1 im Hinspiel beim 1:4 neuerlich die Grenzen aufgezeigt. Die Spieler - allen voran Stürmer Mario Balotelli - wurden in den italienischen Medien scharf kritisiert. „Der schlechteste Balo des Jahres. Kein Tor und die übliche Gelbe Karte“, schimpfte die „Gazzetta dello Sport.“

Trainer Clarence Seedorf wirkte nach der blamablen Niederlage zwar ratlos, versuchte aber einmal mehr, den mutlosen Auftritt schönzureden. „Ich glaube, dass wir in dieser Partie versucht haben, das Beste herauszuholen“, urteilte der 37-Jährige. „Die Mannschaft hat viel investiert, aber immer wieder aufzustehen ist nicht leicht.“ Mittelfeldspieler Andrea Poli gab immerhin zu: „Es war ein schlimmer Tag für uns alle.“

Für Milan ist die Saison nach dem bitteren Aus in der Champions League kaum noch zu retten. In der Coppa Italia ist der 18-fache nationale Meister ausgeschieden, in der Liga dümpelt er auf Platz zehn herum. Auch für den italienischen Fußball ist das Aus seines letzten Königsklassen-Vertreters ein schwerer Schlag. Ein Viertelfinale ohne italienischen Club gab es seit Einführung der Champions League erst dreimal: 2001, 2002 und 2009.

Ganz anders die Spanier: Atletico feierte seinen ersten Einzug ins Viertelfinale nach 17 Jahren ausgelassen. „Im Viertelfinale werden sieben große Clubs stehen und ein Störenfried“, prophezeite Trainer Diego Simeone. (APA/dpa)