Justiz und Kriminalität

Krampus leugnet brutale Attacke

15-Jähriger wurde bei Klaubauflaufen ins Koma geprügelt. Prozess gegen Osttiroler (35) beginnt am Montag.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck, Matrei i. O. –Letzten Dezember sorgte eine brutale Krampusattacke beim Ausläuten des traditionellen Klaubauflaufens in Matrei in Osttirol für Entsetzen und eine breite öffentliche Diskussion über das Brauchtum.

Ein 15-jähriger Zuschauer war damals schwer verletzt worden, als er von einem der 170 Krampusse inmitten der 900 Zuschauer zu Boden gerissen worden war. Laut Staatsanwaltschaft wurde der 15-Jährige dabei „drei- bis viermal aus einer Höhe von bis zum einem halben Meter mit dem Kopf auf den Asphalt geschleudert, wo er bewusstlos liegen geblieben war. Der Krampus war dabei laut Augenzeugen mit äußerster Gewalt vorgegangen.

Der Bub lag darauf mit Verdacht auf Gehirnblutung mehrere Tage in der Intensivstation des Landeskrankenhauses Klagenfurt und erholte sich trotz Schädelfraktur wie durch ein Wunder wieder gänzlich von dem Vorfall.

Aufgrund des zielgerichteten Vorgehens gegen gerade diesen Burschen und der Larvenbeschreibung wurde die Polizei letztlich im privaten Umfeld fündig. Nachdem zuerst gegen dessen Sohn ermittelt wurde, geriet ein 35-Jähriger ins Visier der Exekutive. Er ist im Besitz einer grünlichen Larve, die drei Zeugen dem zotteligen Täter zuordnen.

Am Montag muss sich der mehrfache Familienvater nun wegen schwerer Körperverletzung vor Strafrichterin Martina Kahn am Landesgericht verantworten. Wie von Anfang an wird er bestreiten, mit der brutalen Tat nur irgendetwas zu tun zu haben.

Verteidiger Markus Altenweisl: „Die Anklage verwundert. Schließlich gibt es keine stichhaltigen Hinweise auf die Täterschaft meines Mandanten. Im Gegenteil: An die zehn Zeugen sind sich sicher, dass der Täter eine andere Maske getragen hatte. Zudem fehlt dem 35-Jährigen jedes Motiv. Opfer und Täter kennen sich nicht einmal. Mein Mandant ist ein reifer Mensch und Familienvater und noch nie im Leben mit einer Gewalttat in Erscheinung getreten. Dass so eine Person einen Buben ohne Grund so brutal attackiert, ist doch einfach nicht lebensnah!“

Altenweisl gibt zudem zu bedenken, dass zum Täter auch keinerlei Spuren führen: „Es ist nicht einmal gesichert, was für ein Fell der Krampus getragen hat. Nach dem Lauf ging mein Mandant ohne jeglichen Erregungszustand mit Freunden heim!“

13 Zeugen sollen am Montag ein rundes Bild vom Vorfall zeichnen. Die Matreier Klaubaufe sind nicht mit Nummern gekennzeichnet.

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