Feuerrote Bankgeschenke
Die Schweiz präsentiert sich auf der Leipziger Buchmesse als Gastland wider Willen.
Leipzig –Mit der Verleihung des Preises zur Europäischen Verständigung begann gestern Abend die Leipziger Buchmesse. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an den indischen Publizisten Pankaj Mishra für sein Werk „Aus den Ruinen des Empires: Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens“, das im vergangenen Herbst im S. Fischer-Verlag erschienen ist.
Am heutigen Donnerstag öffnet der nach der Messe in Frankfurt zweitgrößte Branchentreff der deutschsprachigen Literaturszene auch für das breite Publikum seine Tore. Rund 2200 Aussteller aus insgesamt 42 Ländern präsentieren bis 16. März die wichtigsten Neuerscheinungen des diesjährigen Literaturfrühlings. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausstellerzahl damit leicht gestiegen. Diesem Trend folgen auch Österreichs Verlage: Insgesamt 198 Aussteller haben sich für die Messe angemeldet. 19 davon werden ihre Programme am Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes vorstellen, in dessen „Österreich-Kaffeehaus“ 29 Autoren aus ihren aktuellen Werken lesen.
Gastland der diesjährigen Buchmesse ist die Schweiz, die sich mit insgesamt rund 70 Verlagen und einem umfangreichen Rahmenprogramm präsentieren will. Wobei, als „Gastland“ versteht sich die Schweizer Delegation freilich nicht. Man gehöre doch ganz selbstverständlich mit zur deutschsprachigen Literatur, ließ man aus Bern im Vorfeld der Messe wissen. Es möge also bitte eine andere Bezeichnung gefunden werden. Letztlich einigte man sich auf „Auftritt Schweiz“ und die Eidgenossen bedankten sich für das Entgegenkommen mit einem umfangreichen „Bankgeschenk“. Gemeint sind damit natürlich keine monetären Gaben aus Schweizer Geldinstituten, sondern 40 feuerrote Sitzbänke, die in ganz Leipzig fortan zum Verweilen einladen.
Begleitet wird die Buchmesse von Europas größtem Lesefestival „Leipzig liest“ mit rund 3000 Autoren und Mitwirkenden. Im Vorjahr wurden bei Buchmesse und Lesefest rund 168.000 Besucher verzeichnet. (APA, dpa, jole)