Der VW für den Canyon des Lebens
Mit dem Amarok bietet Volkswagen seit 2010 einen großen Pick-up für alle Fälle an. Als Canyon fährt der Wolfsburger nun richtig lifestylig vor – schließlich nutzen Amarok-Besitzer ihren VW großteils auch privat.
Von Reinhard Fellner
Innsbruck –Der Erfolg des Amarok in Europa überrascht offenbar sogar VW. So erzielte der 2010 vorgestellte 5,25-Meter-Pick-up in den letzten Jahren zweistellige Zuwachsraten und steht mittlerweile bei weit über 200.000 verkauften Exemplaren. Grund genug für VW, die Doppelkabinen für Europa nicht mehr in Argentinien, sondern im Werk Hannover zu fertigen und eine Lifestyle-Variante nachzureichen – schließlich ermittelten die Wolfsburger, dass beispielsweise in Deutschland vier Fünftel der Amarok-Besitzer ihre coole Pritsche auch privat nutzen.
Oft sei der Amarok dazu als Hängerfahrzeug (Pferde, Boote) überhaupt rein privat am Weg. „Canyon“ heißt nun die Ausstattungsvariante für das private Abenteuer zwischen Almhütte und Bordsteinkante. Zwei Diesel mit 140 und 180 PS stehen zur Verfügung. Dazu das Sechsgang-Schaltgetriebe oder gleich die Achtstufenautomatik aus dem Luxus-SUV Touareg.
Mit dem 180-PS-Biturbodiesel und Achtstufenautomatik rollte der Amarok zum TT-Test an und zeigte schon auf den ersten Metern den großen Unterschied zur übrigen Konkurrenz auf: Dieser hervorragend gedämmte Pick-up fährt sich nämlich praktisch wie ein SUV. Weit weg von den rumpeligen Fahrwerken mancher Mitstreiter. Wählt man zudem die Variante mit permanentem Allradantrieb, spielt der VW einen seiner größten Vorteile überhaupt aus – er verwindet sich auch in engsten Kurven nicht und schnurrt über alle viere auch die verwinkeltsten Schotterstraßen hinauf.
Auch sonst kommt man mit diesem Volkswagen überall hin: 23 Zentimeter Bodenfreiheit, ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse, elektronische Fahrhilfen – wie ein Bergassistent unter 30 km/h – und ein Unterfahrschutz für die Ewigkeit garantieren souveräne Geländeausritte. Dabei helfen die profilstarken „All-Terrain“-Reifen des Canyon natürlich mehr als die serienmäßige Nappa-Lederausstattung.
Der lackierte Unterfahrschutz, schwarz abgesetzte Radläufe und Leuchten und markante Schwellerrohre erfüllen jedoch nur optische Zwecke. Übrigens gleich wie die „Stylingbar“ genannten Rohre oberhalb der beiden Pritschenseiten, außer man möchte an ihnen Ladegut befestigen.
Dieses liegt übrigens auf einer robust ausgekleideten Ladepritsche, die man über die erfreulich leichte und absperrbare Heckklappe erreicht.
Ganz oben am Dach könnte dann noch ein Lampenbügel mit vier Scheinwerfern (Fernlicht) befestigt werden. Die 1418 Euro sollte man sich jedoch sparen, da der Amarok mit 2,20 Metern Höhe in keine Garage oder Supermarkteinfahrt mehr passt.
39.624 Euro müssen Canyon-Abenteurer mindestens auf die VW-Pritsche legen. Aufmerksamkeit ist ihnen sicher.