Innenpolitik

Alle stimmen für Haiders Tochter

Wien – Aus dem österreichischen Nationalrat flog das BZÖ im September, ins EU-Parlament will die von Jörg Haider gegründete Partei aber wied...

Wien –Aus dem österreichischen Nationalrat flog das BZÖ im September, ins EU-Parlament will die von Jörg Haider gegründete Partei aber wieder einziehen. Die Tochter des 2008 verstorbenen Politikers, Ulrike Haider-Quercia, wurde gestern ohne Gegenstimme zur Spitzenkandidatin gekürt. Bei einem Bundeskonvent stimmten mehr als 300 Delegierte für sie. Um bei der EU-Wahl am 25. Mai antreten zu können, muss das BZÖ 2600 Unterstützungserklärungen sammeln.

BZÖ-Chef Gerald Grosz teilte in seiner Rede gewohnt deftig gegen die Mitbewerber aus: Die ÖVP schicke mit Othmar Karas einen „politischen Unfallrentner ins europapolitische Ausgedinge“, die SPÖ mit Eugen Freund einen „ORF-Privilegienpensionist“, Neos-Spitzenkandidatin Angelika Mlinar „dürfte angesichts ihrer EU-Liebeserklärung entweder eine ausgewachsene Sadomasochistin sein oder sie leidet am Stockholm-Syndrom“. Das Spitzenduo seiner früheren Partei FPÖ, „Tante Mölzer und Onkel Vilimsky“ erinnere ihn an „Jekyll und Hyde“.

Haider-Quercia zeigte sich positiv angetan vom großen, auch internationalen Medienecho, das die Bekanntgabe ihrer Spitzenkandidatur hervorgerufen hatte – und enttäuscht von der EU: Für sie ist die Europapolitik in allen Belangen gescheitert. (APA, TT)