Land will den Mittelweg finden und bastelt an Schutzzonen
Innsbruck – Es ist paradox: Die, die sich der Natur sehr verbunden fühlen, sorgen nun für eine breite Debatte über Naturschutz: Bergsportler...
Innsbruck –Es ist paradox: Die, die sich der Natur sehr verbunden fühlen, sorgen nun für eine breite Debatte über Naturschutz: Bergsportler versus Tierwelt. „Naturraummanagement“ steht nächsten Freitag beim zuständigen VP-Landesrat Josef Geisler im Terminkalender. Ein Treffen von Alpenverein, Touristiker und Jägern ist angesetzt. „Wir müssen zwischen den verschiedenen Interessen einen Mittelweg finden.“ Dem Landesrat, der kein Jäger ist, schweben Schutzzonen für das Wild und damit Tabuzonen für Sportler vor. „Es braucht regionale Konzepte, die die betroffenen Akteure vor Ort ausarbeiten.“
In Vorarlberg und Salzburg setzt man auf Bewusstseinsbildung. Broschüren allein sind Geisler zu wenig. „So wie es auf der Piste Regeln gibt, braucht es sie auch im freien Naturraum.“ Strafen will er keine einführen. In der Schweiz würden Freeridern, die in Ruhezonen unterwegs seien, die Skikarte abgenommen. Auch in Südtirol setze es Strafen. „Es wird wohl möglich sein, dass Rücksicht genommen wird.“ Geisler will Hinweisschilder montieren lassen, wo die Ruhezonen ausgewiesen sind.
„Naturverträgliche Skitouren“ bewirbt der Alpenverein. Im Obernbergtal weise man die Bergsportler auf Natur und Wild hin und lenke sie auf bestimmte Routen, sagt Liliana Dagostin vom Naturschutzreferat. Das Argument des Tourismus, die Besucherströme zu lenken, lässt Dagostin nicht gelten. „Der Tourismus wirbt mit Freeride-Kilometern.“ Seilbahner Franz Hörl kann sich einen Seitenhieb auf die Tourengeher, die von sich behaupten, naturverbunden zu sein, nicht verkneifen: „Das ist alpines Pharisäertum.“ Das Gespräch am Freitag dürfte hitzig werden. (aheu)