Helfer sind abmarschbereit, Medikamente noch gesucht
Die Außerferner „Hilfs-Crew“ macht sich wieder auf den Weg nach Nepal. Dort wird weiter an der Infrastruktur im Dorf Jubu gearbeitet.
Von Simone Tschol
Außerfern, Jubu –Es ist ein beeindruckendes Projekt, das die beiden Außerfernerinnen Ulli Jäger und Marlies Kerber vor rund vier Jahren in Nepal gestartet haben. Gemeinsam mit Hanni Gradlinger – die zwischenzeitlich zum Team dazugestoßen war – konnte eine Schule in Deuralie, inmitten einer unzugänglichen Gebirgsregion des Himalayastaates, ausgebaut werden. Vier Schulklassen sind fertig und auch eine Krankenstation wurde angebaut.
Wer aber glaubt, damit hätten die drei Frauen das Thema abgehakt, der irrt gewaltig. Im Gegenteil: Acht Stunden Fußmarsch von Deuralie entfernt, hat der Außerferner Hilfszug inzwischen seine Zelte in Jubu aufgeschlagen. Verstärkt durch Mediziner Toni Bovenzi, Walter Kofelenz und dem gelernten Installateur Hubert Wachter wurden dort im Vorjahr eine Quellfassung gemacht, rund 1500 Meter Leitungen verlegt, zwei Entlastungs- bzw. Speichertanks sowie fünf Wasserstellen installiert.
Mit Hilfe vieler Spender sowie der „Reinhold Messner Mountain Foundation“ wird heuer der zweite Abschnitt der Wasserversorgung in Angriff genommen. Auch die Krankenstation wird weiter betreut. „Was wir noch dringend bräuchten, wären Medikamentenspenden. Jedes Päckchen Ärztemuster wäre super. Aber auch Wund- und Heilsalben, Schmerzmittel und alles, was mit Erkrankungen der Atemwege zu tun hat“, bittet Ulli Jäger um Hilfe. Auslöser der Erkrankungen sind die offenen Kochstellen in den Hütten. Jäger: „Wenn dort gekocht wird, ist alles voller Rauch, den die Leute, und vor allem die Kinder, dauernd einatmen müssen, denn sie leben und schlafen auch in diesem Raum.“
Jäger ist zwar froh über die vielen Kleiderspenden, gibt aber für die Zukunft auch zu bedenken: „Der Transport von einem Kilo Gepäck kostet uns elf bis zwölf Euro. Mit zehn Euro Bargeld können wir in Nepal ein Kind von Kopf bis Fuß einkleiden. Und wir kaufen die Dinge nicht in Kathmandu, sondern ausnahmslos auf dem Weg nach Jubu, damit auch die kleinen Händler davon profitieren.“
Auch heuer setzt sich wieder eine Schulklasse der NMS Tannheimer Tal für das Hilfsprojekt ein. Die 2A-Klasse lädt am 1. April um 19 Uhr zum Diavortrag in den Gemeindesaal Tannheim ein. Der gesamte Erlös des Abends geht nach Jubu. Und auch im Bezirk Landeck wird Geld für das Außerferner Projekt gesammelt – und zwar am 6. April ab 19 Uhr beim Diavortrag im Gemeindesaal in Tösens.
Am 22. April macht sich die Außerferner „Hilfs-Crew“ wieder auf den Weg. Fast vier Wochen wird sich die Gruppe in Jubu engagieren. Wer das Team unterstützen möchte, kann dies über das Spendenkonto „Schulkinder Nepal“, Raiffeisenbank Reutte, BLZ 36305, Kto.-Nr. 62018, tun. Nähere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.schulkinder-nepal.at.