Bewaffnete verüben Massaker, Tote bei Bewerbungsveranstaltung
Bewaffnete haben in Nigeria einem Medienbericht zufolge drei Dörfer angegriffen und etwa 200 Menschen getötet. Bei einem Massenandrang sind indes in der Hauptstadt sieben Menschen ums Leben gekommen.
Kaduna – Dutzende Schwerbewaffnete haben in Nigeria drei Dörfer angegriffen und die Bewohner niedergemetzelt. Bis zu 200 Menschen seien ums Leben gekommen, berichteten nigerianische Medien am Sonntag.
Die Onlinezeitung „This Day“ berichtete, die Angreifer - vermutlich Mitglieder des islamischen Hirtenvolks der Fulani - seien mit Messern und Macheten über die Dorfbevölkerung hergefallen. Auch Gewehre hätten sie bei sich gehabt. Ein Polizeisprecher bestätigte den Angriff, machte jedoch keine Angaben zur Zahl der Opfer.
„Alle Häuser wurden von den Angreifern niedergebrannt, und Menschen, die versuchten zu fliehen, wurden niedergeschossen“, zitierte das Nachrichtenportal CKN Nigeria einen Bewohner.
Ein Stammesführer berichtete der Internet-Nachrichtenseite „Sahara Reporters“, dass Dorfbewohner in ihren Hütten verbrannt worden seien. Außerdem hätten die Angreifer Dutzende Menschen als Geiseln genommen.
Lokalen Medien zufolge waren die Orte Ugwar Sankwai, Ungwar Gata und Chenshyi im Bundesstaat Kaduna betroffen. In einigen Berichten war statt von Chenshyi vom Ort Tekum die Rede. Der Angriff auf die Dörfer ereignete sich bereits am Samstag.
Der Gouverneur von Kaduna, Mukhtar Ramalan Yero, versprach, die Täter zur Strecke zu bringen. In der Region kommt es oft zu religiös motivierten Auseinandersetzungen zwischen Christen und Fulani oder gewalttätigen Streitigkeiten um Vieh.
Massenandrang von Arbeitssuchenden: Sieben Tote
Ein weiteres Unglück hat sich in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ereignet: Bei einem Massenandrang von Arbeitssuchenden sind am Samstag mindestens sieben Menschen getötet worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah im Krankenhaus darüber hinaus dutzende Verletzte. Bei einem zentralen Termin wurden Bewerber für die Einwanderungsbehörden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas gesucht.
Im Stadion von Abuja, das 60.000 Plätze hat, war nur ein Eingang geöffnet. Das landesweite Einstellungsverfahren sorgte auch in der Stadt Kano im Norden für einen Massenauflauf, bei dem sieben Menschen verletzt wurden. Ein großer Teil der 170 Millionen Einwohner Nigerias lebt unterhalb der Armutsgrenze, mehr als ein Drittel der Nigerianer unter 25 Jahren ist arbeitslos. (APA/DPA/AFP/Reuters)