Bei Kawasaki rollt alles im grünen Bereich

Die Japaner bringen mit dem J 300 einen Roller nach Europa. Er entstammt einer Zusammenarbeit mit einem koreanischen Großhersteller.

Mit dem J 300 besetzt Kawasaki in Europa erstmals den Rollermarkt.Foto: ff

Von Franz Farkas

Wien –Roller werden mehr und mehr zum wichtigsten Segment der Zweirad-Branche, manche Marken können nur noch mit Hilfe der kleinrädrigen Gefährte existieren. Kein Wunder, dass sich praktisch jeder Hersteller mit Scootern zu beschäftigen beginnt. Firmen wie BMW, die bisher nichts mit Rollern am Hut hatten, sind seit einigen Jahren gut unterwegs, auch der heimische Hersteller KTM wird wohl zumindest mittelfristig einen Roller bringen. So ist es keine Überraschung, dass Kawasaki nun ein derartiges Fahrzeug in die Schaufenster der Händler stellt.

Obwohl man freimütig zugibt, dass der J 300 einer Kooperation mit dem koreanischen Hersteller Kymco entstammt, legt man Wert darauf, dass dies doch eine echte Kawasaki sein soll. Das beginnt schon mit der Optik, die mehr als bei anderen Scootern an ein sportliches Motorrad erinnert. Vor allem die Front mit den beiden Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht, aber auch die Armaturen und der Lenker mit einer Einfassung in der Optik von gefrästem Alu erinnern frappant an die anderen Modelle der Marke.

Im Rückspiegel ist es sehr schwer, den J 300 als Roller zu identifizieren. Dort wird er ohnehin nicht lange bleiben, denn mit 28 PS aus knapp 300 cm³ ist der Kawasaki-Scooter recht gut motorisiert. Während der Einzylinder im Leerlauf noch durch kernige Vibrationen auffällt, verwandelt er sich beim Beschleunigen in einen flotten Zeitgenossen. Damit ist man nicht nur in der Stadt, sondern auch über Land gut motorisiert, sogar auf der Autobahn ist ein problemloses Mitschwimmen möglich, ab und an ertappt man sich auf der Überholspur. Passend dazu das sportlich abgestimmte Fahrwerk mit einem ordentlichen Geradeauslauf und einem Handling, das man sich von einem Roller erwartet. Gut ist der Standard bei den Bremsen, ABS ist Serie.

Sehr gut gefallen haben uns die vielen Details, die die Entwickler vorgesehen haben. So gibt es links und rechts vierfach verstellbare Hebel, die wohl für jede Fingerlänge passen sollten. Im Bereich zwischen Fahrer und Beifahrer ist das Trittbrett etwas eingezogen, sodass man am Stand die Beine nicht zu weit abspreizen muss, das bringt wertvolle Zentimeter an Sitzhöhe für kurzbeinige Zeitgenossen. Neben einer 12V-Steckdose im vorderen Handschuhfach gibt es eine LED-Beleuchtung im Helmfach, das neben einem Vollvisierhelm noch locker die Jause fasst.

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Einer der wenigen Kritikpunkte gilt der sehr flach angestellten Frontscheibe, die einen besseren Windschutz vereitelt. Allerdings bietet Kawasaki ein höheres Windschild mit integriertem Handschutz an, die Optik ist dann allerdings weniger sportlich. Erfreulich ist der Preis, mit 5345 Euro liegt der J 300 am unteren Ende der Skala. 100 Euro sollte man allerdings für die Version mit den typischen grünen Applikationen drauflegen – die ist dann noch mehr Kawasaki.


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