Goldene Regeln, damit der Online-Kauf kein Reinfall wird

Shopping per Mausklick ist eine wachsende Alternative zum herkömmlichen Einkauf. Doch wie stets ist das Internet mit Vorsicht zu genießen, speziell, wenn es ans Bezahlen geht.

© Wavebreak Media

Von Markus Schramek

Innsbruck –Einkaufen im Internet liegt trotz der aktuellen Sicherheitspannen im Trend – bei Händlern und Kunden gleichermaßen. Erstere ersparen sich hohe Mietkosten für ein Verkaufslokal in bester Lage. Denn für einen Online-Shop reichen ein Lager und eine übersichtlich gestaltete Homepage. Die Konsumenten wiederum genießen den Vorteil, rund um die Uhr einkaufen zu können, ganz unabhängig von Ladenöffnungszeiten.

Nur Vorteile also? Nicht ganz, denn das Internet hat Tücken und Eigenheiten. Beim Online-Shopping kann man die Ware erst anfassen und befühlen, wenn sie zuhause eingelangt ist. Erst dann wird klar, ob der Artikel seiner Beschreibung gerecht wird. Überdies kennt man den Verkäufer nicht. Und dann stellt sich noch die wichtigste Frage: Wie kann man verhindern, dass man bei Käufen im World Wide Web finanziell zum Handkuss kommt?

Das Thema ist ein regelrechter Dauerbrenner. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat daher, zusammen mit dem EU-weiten Verbrauchernetzwerk, Tipps und Warnhinweise in der Broschüre „Sicher einkaufen im Internet“ zusammengefasst. Wir stellen hier einige der wichtigsten Punkte vor.

1Nichts zu verschenken. Auch im Internet werden Geschäfte und keine Geschenke gemacht. Hochtrabende Versprechen sollten mit einer gehörigen Portion Skepsis beäugt werden.

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2Wer ist der Verkäufer? Name, Adresse, Email, Telefonnummer: Seriöse Webhändler informieren darüber ausführlich und ohne dass man danach suchen muss.

3Klick=Vertrag. Im Internet werden Verträge ohne Unterschrift geschlossen, also durch bloßes Anklicken. Darauf weist der VKI besonders hin. Also unbedingt lesen, wozu man per Mausklick einwilligt. Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sollte man vor dem Kauf genau lesen. Die AGB müssen ebenfalls gut auffindbar auf der Webseite aufgelistet sein.

4Andere Länder, andere Technik. Einkäufe im Internet halten sich nicht an Grenzen. Produkte aus dem Ausland, etwa aus dem Elektrosektor, können fallweise im Inland, wegen abweichender technischer Standards, gar nicht verwendbar sein.

5Erst Ware, dann Bezahlung. Als Konsument sollte man, so dies möglich ist, erst nach Erhalt der Ware bezahlen, und dann am besten per Nachnahme oder Zahlschein, so die Empfehlung der Konsumentenschützer.

6Kreditkarte nur verschlüsselt. Zahlungen mit Kreditkarte sollten nur über Internetseiten mit verschlüsselter Datenübertragung erfolgen. Solche Seiten erkennt man am Zusatz „s“ (englisch „secure“, sicher) in der Adresszeile, nach dem Muster https://www.amazon.de/.../... Nach der jüngsten Sicherheitspanne bei der SSL-Verschlüsselung sollten die meisten Seiten wieder sicher sein.

7Unterlagen ausdrucken. Darauf wird bei Online-Aktivitäten oft vergessen. Der Bestellvorgang sollte möglichst gut dokumentiert werden. Also alle Angaben ausdrucken, Screenshots anfertigen. Damit steigen die Chancen im Streitfall.

8Rücktrittsrecht. Für Onlineshops gelten nach dem österreichischen Konsumentenschutzgesetz (KSchG) spezielle Regeln für den Rücktritt vom Kauf. Der Gesetzgeber trägt dabei dem Umstand Rechnung, dass man die Ware ja erst nach der Lieferung wirklich in Händen hält.

Daher gewährt das Gesetz in vielen Fällen ein Rücktrittsrecht innerhalb einer Frist von sieben Werktagen (Samstage, Sonn- und Feiertage werden nicht mitgezählt). Die Frist beginnt mit dem Tag nach Zustellung einer online bestellten Ware zu laufen, klärt der VKI auf.

Beispiel: Ein im Web georderter Artikel wird am Montag, 5. Mai 2014, geliefert. Die Frist beginnt am Dienstag, 6. Mai, und läuft dann bis zum Mittwoch, 14. Mai.

9Rücktritt einschreiben. Die Rücktrittserklärung hat schriftlich zu erfolgen, am besten per eingeschriebenem Brief. Gründe für den Rücktritt muss man hingegen nicht anführen.


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