8-Stunden-Tag ist oft nur die Ausnahme

Wien – Der Streit um einen möglichen Zwölf-Stunden-Tag hat eine Debatte über die Arbeitszeit ausgelöst. Im Moment wird eine Verlängerung der...

Die Industrie fordert flexiblere Arbeitszeiten.Foto: Keystone
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Wien –Der Streit um einen möglichen Zwölf-Stunden-Tag hat eine Debatte über die Arbeitszeit ausgelöst. Im Moment wird eine Verlängerung der Höchstgrenzen der täglichen Arbeitszeit bei Gleitzeit und bei Dienstreisen diskutiert. Schon derzeit gelten allerdings zahlreiche Ausnahmen, die eine längere Tagesarbeitszeit bis hin zu einem 24-Stunden-Arbeitstag und mehr ermöglichen.

Grundsätzlich wird zwischen der täglichen Normalarbeitszeit und den zulässigen Höchstgrenzen der Arbeitszeit unterschieden. In Österreich gilt eine tägliche Normalarbeitszeit (ohne Überstunden) von acht Stunden bzw. 40 Stunden pro Woche. Bei Tätigkeiten im Rahmen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes, also etwa bei Ärzten oder Apothekern, gibt es auch weitaus höhere Stundenanzahlen bis hin zu 49 Stunden am Stück – bei entsprechenden Ruhezeiten während des Dienstes.

Die Höchstgrenzen der Tagesarbeitszeit betragen grundsätzlich zehn Stunden, können aber durch Sonderregelungen angehoben werden. Und zwar in bestimmten Fällen auf bis zu 24,5 Stunden.

Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) geht es in den laufenden Verhandlungen indes lediglich „um eine weitere Ausnahme vom Acht-Stunden-Tag“ – bei Gleitzeit bzw. für Montagetätigkeiten oder auf Dienstreisen, betonte ÖGB-Generalsekretär Bernhard Achitz. Der ÖGB will nur dann einer Erhöhung der Arbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden pro Tag zustimmen, wenn generell die 6. Urlaubswoche ab 25 Dienstjahren eingeführt wird.

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Gegen eine Verknüpfung von 12-Stunden-Tag mit 6 Wochen Urlaub sprach sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl aus. Laut Industriellen-Chef Georg Kapsch würde die 6. Urlaubswoche für alle ab 25 Dienstjahren 780 Mio. Euro kosten. (TT, APA)


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