Public Viewing in Innsbruck

Anpfiff zur Geisterstunde lässt Lärm-Sorgen wachsen

Eigentlich wäre für die Fußball-WM im Sommer ein Public Viewing am Innsbrucker Marktplatz geplant. Doch die Politik meldet Bedenken an.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Fußballwelt wird vom 12. Juni bis 13. Juli nach Brasilien blicken. Einen Monat lang wird dort um den Weltmeistertitel gekickt. Wie schon bei den vorangegangenen Turnieren soll die kollektive Euphorie eines vollen Stadions auch in Innsbruck hautnah nachgefühlt werden können – mittels eines Public Viewings am Marktplatz. So, wie es an diesem traditionellen Veranstaltungsort des Öfteren bereits der Fall war. Ein diesbezüglicher Antrag zur Durchführung einer öffentlich zugänglichen TV-Live-Übertragung auf einer Großleinwand liegt dem Stadtsenat in seiner morgigen Sitzung zur Beschlussfassung vor.

Ob es aber auch zu einer Bewilligung kommen wird, ist mehr als unklar. Denn Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) hat mit dem Event ein Problem. Genauer gesagt, ein zeitliches Problem. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Europa und Südamerika. Die frühesten Spiele werden um 18 Uhr angepfiffen, viele aber auch erst um 22 bzw. gar erst um 24 Uhr, also sozusagen zur Geisterstunde. Insofern sucht der Veranstalter des Public Viewings am Marktplatz auch um einen zeitlichen Rahmen pro Spieltag von 18 bis maximal 2 Uhr an. Aus diesem Grund bietet der Antragsteller von sich aus an, jene Spiele um 22 Uhr (18 Stück) zwar mit Ton, aber ohne Moderation, die Spiele ab 24 Uhr jedoch gänzlich ohne Ton zu übertragen. Auch Rahmenprogramm soll es keines geben.

Man müsse auch Rücksicht auf die Anrainer nehmen, steht Oppitz-Plörer dem Event sehr skeptisch gegenüber. Nicht nur die 24-Uhr-Spiele, auch jene um 22 Uhr würden einen Lärm mit sich bringen. Und das einen ganzen Monat lang. Sie wisse daher nicht, ob der Marktplatz der geeignete Ort für das Public Viewing sei. Entweder müsste man sich eine räumliche Alternative überlegen (Congress, Olympiaworld, Messe), oder aber die Genehmigung lediglich ab dem Viertelfinale erteilen.

Während die Grünen erst gestern Abend (nach Redaktionsschluss) über ein Ja oder Nein berieten, legte sich die ÖVP bereits fest. Auch StR Franz Gruber ortet eine gewisse Lärmproblematik. Die ÖVP will dem Senat daher einen Kompromissvorschlag unterbreiten: Spiele bis 24 Uhr sollen am Marktplatz übertragen werden, jene ab 24 Uhr nicht mehr. „Das wäre auch im Interesse der Nachbarschaft“, sagt Gruber.