Angst vor Feuerteufel raubt Ramsauern den Schlaf

Nach fünf Brandstiftungen in den letzten Monaten geht in Ramsau die Angst um. Der Täter schlug immer an Wochenenden zu.

Von Angela Dähling

Ramsau i. Z. –Sie ist zurück, die Angst vor dem Feuerteufel. Seitdem es Samstagfrüh zum fünften Mal innerhalb von 17 Monaten im Ramsauer Ortsteil Bühel brannte, haben viele Ramsauer schlaflose Nächte. „Wir hocken wie auf Nadeln. Bei jedem Geräusch nachts wacht man auf und jeglicher Brandgeruch versetzt einen in Panik – selbst wenn der Nachbar nur seinen Kachelofen einheizt“, sagt eine Anrainerin. Sie wohnt oberhalb am Hang und konnte alle fünf Brandeinsätze vom Balkon aus beobachten. „Die beiden Vollbrände waren furchtbare Anblicke“, erzählt sie. Ihre größte Angst: „Dass der Täter jetzt, da die letzten zwei Male das Feuer frühzeitig entdeckt wurde, andere Mittel ergreift und mit Ställen nicht mehr genug hat.“

Unter den Ramsauer Bauern ist die Angst besonders groß. Einige haben inzwischen Kameras auf ihren Ställen installiert. Ein Landwirt wurde gleich mehrfach Opfer – die Brandobjekte beim Feuer im November 2012 und im Jänner 2014 gehören ihm. Den Stall, der im Mai 2013 komplett niederbrannte, hatte er gepachtet und jener beim Wischberglift befindet sich nahe seines Hofes. „Bis zum jüngsten Brand dachte meine Familie, das geht gegen uns. Doch der Stall, in dem jetzt Feuer gelegt wurde, hat nichts mit uns zu tun und ist auch weiter weg“, erzählt er der TT. Dass der Brand im Jänner so glimpflich ausging, verdankt er seiner Frau: „Die hat’s gerochen. Ich schaute nach und sah durch die Holzlatten beim Scheunentor glühende Heuballen“, erzählt er.

Die Brandereignisse haben vieles gemeinsam: Sie fanden immer in der Nacht von Samstag auf Sonntag statt – bis auf den letzten Fall. Da war es die Nacht von Freitag auf Samstag. Die Tatzeit lag bis auf den Brand im Mai 2013 immer zwischen Mitternacht und 1 Uhr Früh. Die Brandobjekte sind nicht mehr als 300 Meter Luftlinie voneinander entfernt. Es wurden nie Brandbeschleuniger verwendet.

Die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Auch sie geht davon aus, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, wie Peter Wildauer von der Polizei in Zell bestätigt. Dass der Täter zuletzt einen Stall im Wohngebiet direkt an der Straße und trotz Laternenlicht auswählte, gibt auch den Beamten zu denken. „Einst standen drei Burschen aus der Siedlung in Verdacht, einmal führten Fußspuren zu unserem Haus“, erzählt eine Anrainerin. „Irgendwie schaut man jeden hier jetzt komisch an, denn man weiß ja nie“, sagt sie.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Viele würden an den Fall in Zell denken, wo ein junger Bursche, der der Feuerwehr beitreten wollte, bekanntlich mehrere Stallbrände legte. Sie mutmaßen, der Täter gehöre zur Feuerwehr. „Die Stimmung bei uns ist bedrückt und zornig. Ich persönlich glaube nicht, dass der Täter in unseren Reihen zu finden ist“, sagt der Ramsauer Kommandant Daniel Jäger. Ausschließen könne man es freilich nie. Jäger: „Wir alle hoffen, dass der Spuk bald ein Ende hat.“


Schlagworte