Seilbahner kamen mit blauem Auge davon, 250 Mio. Euro rollen

Der milde Winter dürfte Tirols Seilbahnern ein Minus von 4 Prozent eingebrockt haben. Laut Branchensprecher Hörl ist es dennoch die drittbeste Saison.

Von Max Strozzi

Innsbruck, Bozen –Tirols Seilbahnen dürften nach Angaben von Seilbahnsprecher Franz Hörl den in weiten Teilen Tirols milden Winter mit einem blauen Auge überstehen. „Das ist für uns in Summe kein Rekordwinter, aber auch keine Katastrophe“, sagte Hörl am Rande des gemeinsamen Südtiroler und Tiroler Seilbahntages in Bozen. In Anbetracht der Klimaerwärmung sei dieser Winter „bereits ein Probelauf für die Saison 2049/2050 gewesen“, meinte Hörl. Man habe gesehen, „dass man auch mit wenig Schnee eine gute Wintersaison darstellen kann“. Im Vergleich zum Vorjahreswinter dürften Tirols Seilbahnen in dieser Saison allerdings drei bis vier Prozent an Umsatz eingebüßt haben und auf dem Niveau der Saison 2010/2011 liegen, meint der Zillertaler. Unterm Strich dürften die Seilbahnunternehmen in diesem Winter damit etwa 580 bis 590 Millionen Euro umsetzen. Millionen sollen auch über den Sommer rollen. Insgesamt planen die Seilbahner Investitionen über rund 250 Millionen Euro, wie Hörl mitteilte. Allen voran die bereits seit Längerem geplante Dreiseilumlaufbahn auf den Pardatschgrat in Ischgl, die im nächsten Winter in Betrieb gehen soll.

Anders stellt sich das Bild in Südtirol dar. Die rekordverdächtigen Schneemengen führten heuer mitunter zu Straßensperren und Umsatzverlusten. Insgesamt aber werden die Seilbahnen jenseits des Brenner den Winter freilich dennoch mit einem Umsatzplus abschließen, teilte Siegfried Pichler mit, Präsident des Südtiroler Seilbahnverbands. Mit rund 200 Mio. Euro setzen die Südtiroler Seilbahnen ein knappes Drittel ihrer Nordtiroler Branchenkollegen um, 2014 werden die Südtiroler Liftbetreiber laut Pichler etwa 20 bis 30 Millionen Euro investieren, im Vorjahr waren es 65 Mio. Euro.

So unterschiedlich die Ausgangslage, so ähnlich sind die Anliegen der Seilbahner dies- und jenseits des Brenner. Ähnlich wie die Seilbahngrundsätze im hiesigen Landhaus wird in Bozen an einem Fachplan für Seilbahnen gefeilt, der die künftigen Spielregeln definiert. Zusammenschlüsse sollen erlaubt werden, Neuerschließungen tabu sein.

Ein Tenor, der aus dem hiesigen Landhaus bekannt ist. „Wir brauchen keine neuen großen Skigebiete, weil wir bereits große Kapazitäten haben. Es ist die Frage, welche Einheiten man zusammenschließen kann, um sie ohne öffentliche Gelder betreiben zu können“, sagte LHStv. Josef Geißler (ÖVP). In Europa gebe es Entwicklungen, vieles zu schützen. „Es kann aber nicht sein, dass man über alles die Käseglocke drüberstülpt“, so Geißler. Es sei die Frage, „wie viel Bürokratie die Natur braucht“, so Geißler vor den versammelten Seilbahnern. Gewisse Regeln seien „ein Klotz am Bein“. Die Entwicklung im Seilbahnwesen müsse voranschreiten, vor allem in Richtung jüngerer Ski-Gästen.

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