Dritte Runde der Atomgespräche mit dem Iran vor Abschluss

Zarif: „Beiden Seiten haben Positionen dargelegt“. Es besteht Hoffnung für eine endgültige Einigung bis zum Sommer.

Die letzte Verhandlungsrunde ging Anfang April ebenfalls in Wien über die Bühne.
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Wien – Die dritte Runde der Wiener Atomgespräche mit dem Iran steht am Mittwochnachmittag vor dem Abschluss. Erhofft wird dabei, alle Voraussetzungen zu erreichen, um ab nächstem Monat mit dem Ausarbeiten eines Textes für ein endgültiges Abkommens zu beginnen. Der Iran hofft auf eine Beilegung des Atomstreits bis Juli.

Die Gespräche zwischen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und dem iranischen Außenminister Mohammed Javad Zarif dauerten zunächst noch an. Danach wurde gegen 15:30 Uhr ein gemeinsames Pressestatement der beiden erwartet. Über den Inhalt der komplexen technischen Gespräche drang wenig nach Außen. „Beide Seiten haben ihre Positionen und ihre Absichten dargelegt. Was auf dem Tisch ist, ist, dass der Iran sein Atomprogramm beibehalten und dieses Programm ausschließlich friedlich sein wird“, sagte Zarif am Mittwoch.

Eine Lösung sei bis zum Sommer möglich, wenn eine in einem vorherigen Übergangsabkommen festgesetzte Deadline abläuft. Eine US-Unterhändlerin sagte vor Beginn der Gespräche, man wolle bei der nächsten Gesprächsrunde im Mai mit dem Schreiben beginnen.

In der dritten Verhandlungsrunde seit Februar reden der Iran und die UNO-Vetomächte und Deutschland unter der Führung Ashtons (E3/EU+3) erneut in Wien über ein Abkommen, dass dem Iran ein Anrecht auf ein eingeschränktes ziviles Nuklearprogramm einräumen könnte, im Austausch für ein Ende der Sanktionen, die vor allem die Öl- und Gasexporte des Iran empfindlich treffen.

Im Zentrum der Diskussionen stünden erneut der Weiterbau des Schwerwasserreaktors in Arak im Zentraliran sowie die Nutzung schnellerer Zentrifugen, hieß es am Mittwoch aus Delegationskreisen. Besprochen worden sei zudem das iranische Programm zur Urananreicherung. Arak zählt ebenso zu den Knackpunkten für eine endgültige Einigung wie auch ein unterirdischer Stützpunkt in Fordow, sowie das Raketenprogramm des Iran.

Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich Vorbereitungen zum Bau einer Atombombe zu treffen. Die Führung in Teheran bestreitet das und beteuert, sein Atomprogramm ausschließlich zu zivilen Zwecken zu betreiben. Eine im November geschlossene Übergangseinigung ließ den Westen seine Wirtschaftssanktionen lockern, im Gegenzug fuhr der Iran sein Atomprogramm zurück.

Die Regierung von Präsident Hassan Rohani kämpft für ihren Verhandlungskurs auch intern um Unterstützung gegen Hardliner, die keinen Kompromiss mit dem Westen wollen. Am Mittwoch erklärte Irans oberster geistlicher Führer, Ayatollah Ali Khamenei, seine Unterstützung für die Gespräche. Eine Lösung dürfe allerdings nicht von außen „aufgezwungen“ werden, sagte er laut der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA. (APA)


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