Raketenprogramm wird zu Streitpunkt bei Atomgesprächen

Die Langstreckenraketen werden für eine endgültige Einigung klar Thema sein.

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© REUTERS

Wien - Das Programm zur Entwicklung von Langstreckenraketen des Iran wird offenbar zum Streitpunkt bei den in Wien stattfindenden Atomgesprächen. Zum Abschluss der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch sagte eine hochrangige US-Diplomatin, dieses werde für eine endgültige Einigung klar Thema sein. Doch Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif erteilt dem eine Absage.

In einem am Mittwochabend veröffentlichen Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ sagte Zarif, „Verteidigungsangelegenheiten stehen nicht auf der Tagesordnung, das liegt nicht auf dem Tisch“. Auf Nachfrage beteuerte er: „Noch einmal, hier verhandle ich nicht. Themen der iranischen Verteidigung stehen nicht zur Diskussion“. Die US-Verhandlerin betonte hingegen, im gemeinsam im Übergangsabkommen sei festgelegt, dass alle Themen auf den Tisch kämen, die in UN-Resolutionen zum Atomprogramm des Iran thematisiert wurden. Die im November geschlossene Übergangseinigung ließ den Westen seine Wirtschaftssanktionen lockern, im Gegenzug fuhr der Iran sein Atomprogramm zurück.

Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich Vorbereitungen zum Bau einer Atombombe zu treffen. Die Führung in Teheran bestreitet das und beteuert, sein Atomprogramm ausschließlich zu zivilen Zwecken zu betreiben. Befürchtungen gibt es auch wegen iranischen Bestrebungen zu Verbesserungen seines Raketenarsenals, darunter der in vergangenen Jahren mehrfach getesteten Langstreckenrakete Shahab-3, die nach iranischen Angaben Israel oder sogar Europa erreichen könnte. Nach Ansicht von Experten könnten Raketen diesen Typs auch Atomsprengköpfe an ihr Ziel tragen. (APA)

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