Chancen für Zahlentalente

Kaum ein größeres Unternehmen kommt ohne Buchhalter, Controller oder Finanzanalysten aus. Einer aktuellen Studie zufolge erwartet das Finanzwesen heuer einen Aufschwung.

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Von Daniel Feichtner

Wien –Im Finanz- und Buchhaltungswesen kommen zwei Aspekte zusammen. Zum einen bedeuten Konjunkturaufschwünge und Wirtschaftswachstum einen Mehrbedarf an Personal. Zum anderen ist die Jobsituation auch sehr von der Gesetzeslage abhängig. Je komplexer Steuern, Abrechnungen und Ähnliches werden, desto mehr Mitarbeiter werden benötigt. Das macht die Branche zwar nicht krisensicher, aber zumindest krisenresistenter. Dementsprechend war die schlechte Wirtschaftslage der vergangenen Jahre in dem Bereich zwar spürbar, Verkomplizierungen der Gesetze und neue Anforderungen an Unternehmen haben jedoch mancherorts extremen Personalabbau verhindert. Und einer neuen Studie des Personaldienstunternehmens Robert Half zufolge könnte 2014 zur Abwechslung wieder durch und durch ein gutes Jahr für Mitarbeiter in der Finanzplanung, Buchhaltung und im Controlling werden.

Der Personaldienstleister hat mit 100 Finanzvorständen (Chief Financial Officers) in Österreich gesprochen, erklärt Robert Szvetecz, Länderverantwortlicher für Österreich bei Robert Half. „Durch diese Umfrage und die Tatsache, dass wir uns auf Personalberatung im Bereich Finanzwesen spezialisiert haben, konnten wir einen klaren Trend feststellen. Es ist zwar noch zu früh zu verkünden, dass die Krise vorbei ist. Aber es ist definitiv Optimismus angebracht.“

Der Studie des Dienstleisters zufolge ist in diesem Jahr mit einem klaren Wachstum in der Branche zu rechnen. Wie sich zeigt, planen 81 Prozent der befragten CFOs bereits im ersten Halbjahr neue Mitarbeiter in dem Bereich einzustellen. Während im gleichen Zeitraum 2013 nur 19 Prozent der Teilnehmer planen, neue Stellen zu schaffen, sind es dieses Jahr mit 27 Prozent fast ein Drittel. Und wie auch im vergangenen Jahr werden voraussichtlich 54 Prozent aller Unternehmen frei gewordene Stellen nachbesetzen. „Damit zeichnet sich ab, dass der bisherige Jobabbau im Finanz- und Rechnungswesen maßgeblich zurückgeht“, wie Szvetecz erklärt.

Das bedeute nicht nur gute Chancen für den Nachwuchs. „Auch Fachkräfte, die bereits in der Branche tätig sind, werden dieses Jahr wieder deutlich bessere Chancen auf eine berufliche Veränderung oder eine Weiterentwicklung haben – und das in allen Unternehmensgrößen“, prognostiziert er. Und die CFOs geben ihm Recht. 84 Prozent sehen die Entwicklung der Konjunktur positiv und damit allgemein einen Bedarf für mehr Fachkräfte.

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„Gerade in der Buchhaltung und dem Finanzwesen bieten sich hervorragende Möglichkeiten, den beruflichen Horizont zu erweitern“, meint Szvetecz. „Vor allem in den vergangenen Jahren hat sich ein Trend entwickelt, bei dem die Bereiche der klassischen Buchhaltung und des Controllings zusammenwachsen.“ Damit, so sagt er, haben Mitarbeiter in dem Bereich neue Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Aufstiegschancen zu nutzen. „In der Buchhaltung beschäftigt man sich primär mit dem Vergangenen, mit Abrechnungen und Übereinstimmungen mit vorhandenen Budgets. Wer im Controlling tätig ist, muss vorausblickend arbeiten. Dort geht es nicht nur um die Erstellung von Budgets, sondern auch darum, Entwicklungen und Trends vorherzusehen und das Unternehmen entsprechend vorzubereiten“, erklärt Szvetecz. Diese Möglichkeiten zum Aufstieg werden sich auch sehr positiv auf die Perspektiven für den Nachwuchs auswirken, prognostiziert er. Dadurch, dass Mitarbeiter viele Chancen hätten, sich weiterzuentwickeln, würden regelmäßig Stellen frei werden, die nachbesetzt werden müssen.

Dieser Optimismus schlägt sich nicht nur auf die Chancen für Berufseinsteiger und die Aufstiegsmöglichkeiten auf der Karriereleiter nieder. Ebenso bei den Gehältern deuten viele CFOs erfreuliche Entwicklungen an. 39 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass in diesem Jahr mit steigenden Gehältern zu rechnen ist, während es 2013 nur 30 Prozent waren. Außerdem erwartet der Studie zufolge immerhin ein Viertel eine Zunahme bei den Boni.

„Diese optimistische Aussicht zeigt sich auch in der Planung der Unternehmen“, erklärt Szvetecz. „Mit 52 Prozent benötigen mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Studie die zusätzlichen Fachkräfte für die Umsetzung neuer Projekte und Initiativen.“


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