Vom Finanzwesen ins Versicherungsgeschäft

In der Versicherungsbranche ist Nachwuchs zunehmend heiß begehrt.

Ob Eigenheim, Auto oder Gesundheit: Versicherungsmakler müssen exakt den Bedarf ermitteln, sagt Obmann Tiefenbrunner.
© Thinkstock/Sousa

Von Daniel Feichtner

Innsbruck –Jobs in der Buchhaltung oder in den Bereichen Audit und Controlling sind eine offensichtliche Wahl für Absolventen von kaufmännischen Handelsschulen oder BWL-Studien. Allerdings gibt es auch Alternativen, die nicht nur eine Ausweichmöglichkeit in wirtschaftlich schlechten Zeiten darstellen, sondern auch eine Karrieremöglichkeit bieten. „Auch in unserer Branche hilft eine Ausbildung im Buchhaltungs- und Finanzwesen durchaus weiter“, meint Thomas Tiefenbrunner, Fachgruppenobmann der Tiroler Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer Tirol.

Das Versicherungsmaklerwesen biete gute Möglichkeiten für all jene, die etwas anderes wollen, sagt Tiefenbrunner. „Bei uns kommen vor allem Mitarbeiter aus zwei Ausbildungszweigen zusammen“, erklärt er. „Zum einen muss man firm im Finanzwesen sein. Zum anderen hilft es auch enorm, juristisches Hintergrundwissen mitzubringen.“ Damit bieten sich Möglichkeiten zum Quereinstieg aus beiden Branchen. Was fehlt, könne man sich durch Weiterbildungen aneignen oder aber nach dem Prinzip „learning by doing“ während der Arbeit dazulernen.

Im Gegensatz zu Versicherungsangestellten arbeiten Versicherungsmakler selbstständig. Während ein fest angestellter Mitarbeiter einer Versicherung das Unternehmen vertrete, liege die Verantwortung des Maklers in erster Linie beim Kunden, meint Tiefenbrunner. Seine Aufgabe ist es, den Bedarf des Klienten zu ermitteln. Anhand dessen wird ermittelt, welche Versicherungsleistungen er benötigt. Dabei sei ein Gespür für Zahlen und Finanzen unerlässlich.

Wie die Statistik zeigt, wächst die Branche der Versicherungsmakler auch in und wohl nicht zuletzt wegen der Krise ungebrochen. „Besonders in schwierigen Zeiten machen sich Menschen Gedanken über die Zukunft“, schätzt er die Lage ein. Und so war in den vergangenen zwölf Jahren österreichweit ein Zuwachs von rund 50 Prozent bei den aktiven Gewerbescheinen in dem Geschäftszweig zu verbuchen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Versicherungen nicht mehr auf fest angestellte Außendienstmitarbeiter bauen. Deren Funktion übernehmen zusehends Makler, die ihren eigenen Kundenstamm aufbauen. „Dennoch geht die Altersschere weiterhin zunehmend auseinander“, meint er. Derzeit seien 67 Prozent der gemeldeten Versicherungsmakler über 45 Jahre alt. In den kommenden Jahren werde dementsprechend der Bedarf an Nachwuchs noch deutlich steigen. „Es ist anzunehmen, dass viele Versicherungsmakler in Tirol längerfristig nicht nur neue Mitarbeiter, sondern auch Nachwuchs suchen werden, die das Unternehmen übernehmen können“, erklärt Tiefenbrunner. „Dadurch bietet sich die Branche nicht nur als Zwischenlösung an, sondern als Chance, Karriere zu machen.“

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