Red Bull will bei Heim-Grand-Prix im Juni „ganz oben stehen“
Trotz aktuellem Rückstand im Motorenbereich geben sich die „Bullen“ zuversichtlich.
Wien – Für Red Bull soll die Rückkehr der Formel 1 in Österreich am 22. Juni nicht nur organisatorisch, sondern auch sportlich ein Erfolg werden. Motorsportchef Helmut Marko ist guter Dinge, dass das Weltmeisterteam trotz seines vorerst klar unterlegenen Renault-Motors beim Heimrennen siegfähig sein kann. Die Bauarbeiten für das GP-Comeback in Spielberg sind unterdessen weiter voll auf Kurs.
Mehr Probleme macht da schon der PS-Rückstand auf Mercedes. „Wir erhoffen uns bis Europa einen kräftigen Schritt vorwärts“, erklärte Marko am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem neuen Partner voestalpine in Wien. Vor dem neuen Blickfang des Red Bull Rings, dem einem Heckflügel nachempfundenen „voestalpine wing“, soll im Juni ein Fahrer des österreichisch-englischen Rennstalles jubeln.
„Haben uns stärker bei Renault eingebracht“
„Wenn unser Motor zu laufen beginnt, sehe ich eine Chance, ganz oben zu stehen“, versicherte Marko. „Wenn es so läuft wie bis jetzt, werden Niki Laudas Burschen einsam an der Spitze fahren.“ Mercedes hat alle drei bisherigen Saisonrennen gewonnen. Österreichs dreifacher Weltmeister fungiert beim deutschen Werksteam seit eineinhalb Jahren als Aufsichtsratschef.
Um die Aufholjagd zu beschleunigen, war Marko zuletzt viermal in Frankreich. „Ich weiß schon sehr viel über moderne Motoren-Technologie“, sagte der 70-jährige Ex-Rennfahrer. „Wir haben uns in dieser Notsituation stärker bei Renault eingebracht als bisher.“ Nun gehe es in die richtige Richtung. „Wir haben viele Fehler erkannt. Einen Teil der Probleme werden wir in den nächsten zwei Rennen lösen.“
Nach China folgt Mitte Mai der Europa-Auftakt in Barcelona. „Wie nahe wir an Mercedes herankommen können, wissen wir noch nicht“, sagte Marko. Der Motor der Silberpfeile sei derzeit nicht nur 80 PS stärker als jener von Renault, sondern auch deutlich besser fahrbar und spritsparender. In den Prozess, auch Renault dorthin zu bekommen, seien auch steirische Firmen eingebunden. Marko: „Weil ohne Steirer geht nichts.“
Red-Bull-Ring in „einigen Wochen“ fertig
Auch nicht auf dem Red Bull Ring, auf dem vorerst weiter fleißig gebaut wird. Marko rechnet dank des milden Winters mit der Fertigstellung „in einigen Wochen“. Dann gibt es 25.000 fixe Tribünenplätze, dazu 27.000 temporäre für den Grand Prix. Am Renntag werden insgesamt 85.000 Zuschauer in Spielberg erwartet. „Das ist das größte Sportereignis Österreichs. Es profitiert nicht nur die gesamte Steiermark, sondern ganz Österreich“, meinte Marko.
Zu verdanken sei das einer persönlichen Initiative von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. „Er hat mit seiner Firma Riesenerfolg und es ist ihm ein Bedürfnis, dass er seiner steirischen Heimat etwas zurückgibt“, erklärte Marko. Die GP-Vereinbarung mit Bernie Ecclestone gilt vorerst bis 2020. „Innerhalb von sieben Jahren können wir ein Highlight im Grand-Prix-Kalender schaffen“, meinte Marko.
Den Fahrern hat es in der Obersteiermark immer gefallen. Sie schätzen die österreichische Gastlichkeit. „Es ist eine Strecke, die Spaß macht. Durch den Höhenunterschied fühlt es sich wie eine Achterbahnfahrt an“, erklärte Ex-Pilot David Coulthard, der 2001 in Österreich gewonnen hat. „Das war eines der Highlights meiner Karriere.“ Davor war der Schotte in Spielberg viermal in Serie Zweiter.
„Die Kurven sind alle sehr anspruchsvoll, dazu kommt die Kulisse. Es ist auch ein guter Ort für Partys. Aus Sicht eines Fahrers sind alle Kriterien erfüllt“, sagte Coulthard. Laut Marko trifft das auch für den Zuschauer zu. „Von einigen Stellen kann man mehr als zwei Drittel der Strecke einsehen, das ist etwas Einmaliges.“ Das Rennen war in nur 36 Stunden ausverkauft. Die Generalprobe, das ADAC GT Masters, geht am 7./8. Juni über die Bühne. (APA)
Kommentare