Älteste aller Turmuhren des Bezirkes lebt in Museum auf

Experte ordnet Großteil der Serfauser Uhr ins 17. Jahrhundert ein. Die Pfarre lässt das Unikat für Ausstellung in neuem Museum restaurieren.

Von Helmut Wenzel

Serfaus –Für Laien ist die alte Serfauser Turmuhr eine rätselhafte Konstruktion aus Metall, teils von Flugrost befallen: 120 cm breit, 55 cm tief und 95 cm hoch. Bis vor 50 Jahren hat sich das mechanische Antriebswerk mit zahlreichen Rädern bewegt, bevor es von einer elektrischen Uhr abgelöst worden ist. Der Name des Großuhrmachers ist ebenso unbekannt wie das genaue Herstelldatum. Für den Landecker Heimatforscher Josef Walser, der alle Turmuhren im Bezirk kennt, steht dennoch fest: „Es ist das älteste Exemplar, das wir haben. Wesentliche Teile sind mehr als 300 Jahre alt.“

Walser war kürzlich mit seinem Serfauser Kollegen Alfred Tschuggmall und Restaurator Michael Neureiter aus Bad Vigaun (Salzburg) auf Lokalaugenschein. Letzterer stellte fest: „Es handelt sich um eine Anlage, die mehrfach umgebaut worden ist. Sie steht im Turm leicht schräg, wohl aus Platzmangel.“ Tschuggmall hat Hinweise, dass das Werk aus Südtirol stammen soll.

Neureiter verweist auf ein Detail, das auf eine Bauzeit vor oder um 1700 schließen lässt: „Es sind zwei waagrecht­e geschlossene Kränze des Gestells vorhanden. Bei späteren Werken finden wir vier ineinandergesteckte Spangen.“ Im 18. oder frühen 19. Jahrhundert soll der so genannte Hakengang umgebaut worden sein. Monogramme und andere Verzierungen kamen dazu. Im 20. Jahrhundert ist die Geläutesteuerung eingebaut worden.

Eine genauere Analyse werd­e er nach dem Abbau des Werks kommende Woche vornehmen, sagte der Restaurator. Er wird die Konstruktio­n kommende Woche in einer Werkstatt in Serfaus in alle Einzelteile zerlegen, diese mit Spachteln und Drahtbürsten händisch reinigen und „metallrestauratorische Befunde“ dokumentieren. Am 23. April soll das Uhrwerk wieder zusammengebaut werden.

Den Auftrag dazu hat er von der Pfarre Serfaus bekommen. „Es ist geplant, dass wir das Uhrwerk dann in unserem neuen Pfarrmuseu­m ausstellen“, sagte Pfarrer Will­i Pfurtscheller am Freitag. Dazu werde es einen Restaurierungsbericht sowie Info-Tafeln zur Präsentation geben. Das Museum soll im Juni feier­lich eröffnet werden.


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