Blitzopfer erzählt

„Alles war hell und ich hatte wahnsinnige Schmerzen“

Der Innsbrucker Sascha Wehofer wurde – wie zuletzt Osttiroler Fußballer in Kärnten – vom Blitz getroffen. Noch heute wirkt der Vorfall nach.

Von Katharina Zierl

Innsbruck –Vom Blitz getroffen. Schwer verletzt. Schlagzeilen, die bei Sasch­a Wehofer unangenehme Erinnerungen wecken. Genau vor einer Woche sorgte ein derartiger Vorfall im Kärntner Nötsch für Aufsehen. Zwei Ost­tiroler Fußballer wurden vor einem Meisterschaftsspiel vom Blitz getroffen. Einer davon wurde schwer verletzt – die TT berichtet­e.

Wehofer hat selbst erlebt, was es heißt, wenn der Blitz unmittelbar in der Nähe einschlägt. Es war im Juli 2010, als der Innsbrucker auf dem Golfplatz in Seefeld einen großen Schock erlitt. „Wir hatten das Gefühl, es könnte ein Gewitter aufziehen, und überlegten, ob wir den Platz nicht besser verlassen sollten, weil wir wussten, dass es auf einem Golfplatz bei Blitzschlag gefährlich werden könnte“, erzählt der 32-Jährige. Noch bevor die dreiköpfig­e Gruppe den Rückzug antreten konnte, schlug der Blitz ein. „Das kam aus heiterem Himmel. Es war plötzlich alles um mich herum extrem hell. Und ich spürte sofort einen wahnsinnigen Schmerz“, erinnert sich Wehofer. Es habe sich angefühlt, als hätte ihm jemand einen Baseballschläger über den Kopf gezogen.

„Ob ich bewusstlos war oder nicht, kann ich nicht mehr sagen. Das Nächste, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich am Boden lag. Und mich gewundert habe, warum meine zwei Kollegen ebenfalls am Boden lagen. Ich hatte eigentlich geglaubt, dass ich direkt vom Blitz getroffen wurde und die anderen nicht“, erzählt der 32-Jährige.

„Beobachter alarmierten sofort die Rettung und wir wurden in die Inns­brucker Klinik gebracht“, sagt Wehofer. „Eine beteiligte Person hatte Herzrhythmusstörungen, ich und der Zweite waren unverletzt“, sagt der Innsbrucker, der noch Wochen nach dem Vorfall mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen hatte.

Der Blitzschlag lässt Wehofer selbst heute noch nicht ganz los. Auch wenn sich die Angst deutlich verringert habe: „In der ersten Zeit nach dem Zwischenfall habe ich das Haus, wenn Gewitter prognostiziert war, überhaupt nicht verlassen. Und bei Blitzen bin ich immer zusammengezuckt. Das ist mit der Zeit deutlich besser geworden.“

Dennoch: „Das ungute Gefühl bleibt. Auch wenn ich mir dann immer selbst sage: Ein zweites Mal wird mir so etwas doch wohl kaum passieren“, schmunzelt der Innsbrucker. Wehofer habe sich nach dem Blitzschlag sehr genau informiert, wo man bei Gewittern am sichersten sei. „Ich habe viel darüber gelesen. Auch, was Langzeitschäden nach einer derartigen Erfahrung sein können“, sagt der Innsbrucker.

Berichte der vergangenen Jahre über Menschen, die vom Blitz getroffen wurden, hat Wehofer jedenfalls genau im Kopf: „Natürlich interessiert mich das. Es kommt ja immer wieder vor. Ich denke mir dann oft, dass ich insgesamt Glück hatte, dass mir nicht mehr passiert ist.“