Neuerlicher Giftgasangriff in Syrien?

Laut dem Staatsfernsehen soll die radikale Al-Nusra-Front Chlor eingesetzt haben. Die Gegenseite spricht von mit Chemiewaffen bestückten Fassbomben der Assad-Truppen.

Die UNO-Chemiewaffeninspektoren fanden Spuren von Giftgasangriffen in Syrien.
© EPA

Damaskus - Im syrischen Bürgerkrieg ist offenbar wieder Giftgas zum Einsatz gekommen. Regierung und Opposition beschuldigten sich am Samstag gegenseitig, bei Kämpfen in der zentralen Provinz Hama Chemiewaffen verwendet zu haben.

Im Staatsfernsehen hieß es, Rebellen der dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front hätten am Freitag bei einem Angriff auf das Dorf Kafr Sita „giftiges Chlor“ eingesetzt. Zwei Menschen seien dabei getötet worden. Der Leiter der oppositionsnahen Organisation Syrische Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, hingegen sagte, Bewohner des Dorfes hätten unter Atembeschwerden gelitten, nachdem Truppen des Präsidenten Bashar al-Assad das Dorf mit Fassbomben attackierten. Einige hätten Symptome einer Vergiftung gezeigt, sagte Rahmnan unter Berufung auf medizinisches Personal aus der Region. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Vergangenes Jahr hatten sich Regierung und Opposition gegenseitig eine Giftgas-Attacke nahe der Hauptstadt Damaskus vorgeworfen. Berichten zufolge kamen dabei rund 1400 Menschen ums Leben. Die weltweite Empörung führte dazu, dass die Assad-Regierung der Vernichtung ihres Chemiewaffenarsenals zustimmte. Für den Abschluss der laufenden Vernichtungsaktion hat die UNO eine Frist bis 30. Juni gesetzt. (APA/dpa)


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