Eine schlagkräftige Premiere mit vielen blauen Flecken
Den Kickbox-Weltcup in Innsbruck machten zwei Tiroler zum Höhepunkt: Roman Bründl gewann Doppel-Gold, Juso Prosic feierte sein Jubiläum.
Von Roman Stelzl
Innsbruck –Blaue Flecken über und auf der lädierten Nase, dazu ein Satz tiefschwarz unterlaufener Augen. Mag die Olympiahalle Innsbruck noch so neu sein als Austragungsort für den Kickbox-Weltcup, das Gesicht von Juso Prosic bleibt dennoch das gleiche wie in den Jahren zuvor.
Der 32-jährige Brixlegger, gezeichnet von seinen Kämpfen, wuselt gewohnt eilig zwischen Nachwuchs und Siegerehrung hin und her, während am Sonntag die letzten der 1724 Kämpfer auf der Matte Beine und Hände für einen Sieg sprechen lassen. „Das mit der Olympiahalle ist super. Alles ist viel übersichtlicher“, gibt Prosic dann schnell zu Protokoll, angesprochen auf die Olympiahalle-Premiere, nachdem der Austrian Classics Worldcup zuvor in der TIWAG-Arena Platz fand. Veranstalter Michael Kruckenhauser konnte heuer dank eines Zufalls („Die Halle war gerade frei, das mussten wir nutzen“) den lang ersehnten Coup mit dem neuen Schauplatz landen.
Prosic nickt. Er stimmt Kruckenhausers Worten zu. Ja, die Halle sei so gut, das müsse man nächstes Jahr wieder so zusammenbringen, meint der drahtige Athlet mit der dunklen Kurzhaarfrisur. Am Erfolg selber, nein, an dem qürde der Ort nichts ändern. Prosic stand seinen Mann auf der Matte – sowie neben der Matte als Tiroler Landestrainer – und feierte in der Leichtkontakt-Klasse bis 89 Kilogramm seinen zehnten Erfolg in Innsbruck.
Ein Jubiläum, das den nur selten wortkargen Vorzeige-Kickboxer besonders freut: „Wenn man die Sache abrunden kann, ist das sehr schön. Und es ist eine Bestätigung für mich selbst.“
Seine Schützlinge beim BSC Prosic Brixlegg konnten zweimal Gold (Gregor Bletzacher, Martin Kuzma) holen. Aber dennoch war die Freude ein wenig gedämpft. Prosic: „Bei den Neulingen waren einige Klubs zu ehrgeizig, haben stärkere Athleten in die schwächeren Klassen gegeben, damit die gewinnen. Und die Schiedsrichter, bei denen viele Italiener gefehlt haben, waren ebenfalls leider nicht so stark.“
Einen anderen Tiroler schien das wenig zu stören, zumindest ließ das sein Ergebnis erahnen. Roman Bründl aus Langkampfen gewann im Punktekampf (Pointfighting) am Freitag sowohl in der Kategorie bis 84 als auch bis 89 Kilogramm.Für den früheren Europameister ist es der erste Doppel-Weltcup-Titel in seiner Heimat. „Das ist natürlich etwas Tolles. Die Gegner waren stark, es waren gute Kämpfe“, meinte Bründl gestern, als er bereits wieder seinem Beruf als technischer Angesteller in Bayern nachging. Etwaige blaue Flecken sollen bei ihm bald abgeklungen sein. Ebenso wie bei Prosic – denn der plant ja bereits Titel Nummer elf. Und wenn’s geht, dann am liebsten gleich wieder in der Olympiahalle.
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