Gesellschaft

„Abouna Alfons“ feiert sein Jubiläum als Pilgerführer

Vor 50 Jahren führte Pfarrer Alfons Senfter aus Gschnitz erstmals Pilger ins Heilige Land. Anfang April machte er sich zum 178. Mal auf den Weg.

Gschnitz, Jerusalem –Weltrekord-Inhaber ist er in jedem Fall! Alfons Senfter, Pfarrer aus Gschnitz, hat dieser Tage seine 178. Pilgerfahrt ins Heilige Land absolviert. Begonnen hat er seine Reisetätigkeit vor genau 50 Jahren, und im Rahmen seiner Fahrten hat er mehr als 10.000 Pilger nach Jerusalem und zu den anderen biblischen Städten geführt. Den Titel „Jubiläums-Pilgerführer“ trägt er zwar inoffiziell – dafür aber vollkommen zu Recht.

Geboren in Innervillgraten in Osttirol, kam Alfons Senfter 1969 als Pfarrer nach Gschnitz. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine ersten Pilgerreisen nach Israel bereits hinter und noch weit mehr vor sich. Mehrmals pro Jahr machte er sich auf den Weg, besuchte neben dem Hl. Land auch Wallfahrtsorte in allen Teilen Europas.

Pfarrer Senfter zeigte Gläubigen aus Tirol, aber auch aus benachbarten Ländern die Geheimnisse des Heiligen Landes. „Ob Tiroler Industriekapitän oder einfacher Mann, jedem wusste Pfarrer Senfter die Hl. Schrift und biblische Stätten näherzubringen“, erinnert sich Reinhard Heiserer, Teilnehmer der 177. Pilgerreise im Jahr 2013, „seine Leutseligkeit, sein Humor und sein Wissen über die christlichen Stätten machten seine Fahrten zu begehrten Reisen.“

Pfarrer Senfter, den sie im Hl. Land „Abouna Alfons“ (Vater Alfons) nennen, ist überall bekannt. Wo er auftaucht, öffnet sich so manche sonst verschlossene Tür für die Mitpilger. Heiserer: „Er kennt überall Leute – und die Leute kennen ihn.“ Aber Senfter weiß auch, dass er nicht mehr so oft wird fahren können. Schon mehrmals hat er seine „letzte öffentliche Reise ins Hl. Land“ angekündigt. Dann aber juckt es den rüstigen Seelsorger doch immer wieder.

Neben der reinen Reise- und Pilgertätigkeit liegen Pfarrer Senfter auch mehrere soziale Projekte in Palästina am Herzen, die er auf jeder seiner Reisen besucht. Caritas Kinderhospital, Don Bosco Schule oder das Weingut der Salesianer in Cremisan – überall ist „Abouna Alfons“ als Freund willkommen und als großzügiger Helfer bekannt. Er und seine Pilgerfreunde helfen seit vielen Jahren, wo sie können.

Wenn er jetzt aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss, dann tut er das nicht unvorbereitet. Er hat seine Begeisterung für Jerusalem und das Heilige Land in einem Bildband über die biblischen Stätten aus der Sicht eines normalen Pilgers zusammengefasst und veröffentlicht (Mediatrix-Verlag).

Außerdem hat er gemeinsam mit der Organisation „Jugend Eine Welt“ den „Pfarrer Senfter Fonds“ gegründet und will nun zweimal jedes Jahr seine ehemaligen Pilger (die er übrigens immer „Kinder Gottes“ nennt) anschreiben und mit ihnen übers Hl. Land reflektieren.

Der Kontakt mit seinen Pilgern und die Möglichkeit, den Menschen in Palästina zu helfen, sind ihm noch immer sehr wichtig. Deshalb freut er sich natürlich über jeden Gruß: Alfons Senfter, Pfarramt, A-6150 Gschnitz; via E-Mail ist er unter alfons.senfter@aon.at erreichbar. (TT, mz)