Tagebücher als stumme Zeugen der Kriegsdramatik
Fast 40 Leihgeber boten den Jenbacher Museumsleuten ihre Unterstützung bei einer Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg an.
Von Walter Zwicknagl
Jenbach –Uniformen, eine Unzahl dramatischer Bilder, Orden und Waffen prägen das Bild der neuen Sonderausstellung im Jenbacher Museum, die am Samstag, 26. April, um zehn Uhr eröffnet wird. „Das Antlitz des Ersten Weltkrieges“ war für Museumsdirektor Walter Felkel und seine Gattin Erika, die eine Unmenge an Literatur durchstöberten, der Arbeitstitel.
„Wir bekamen von 38 Leihgebern Unterstützung“, freut sich Walter Felkel. Aus dem riesigen Fundus von Hans Stock aus Vomp und Josef Daxauer aus Walchsee stammen viele Leihgaben. Fotos von Georg Angerer aus Schwaz, der als Kriegsfotograf arbeitete, stellte dessen Sohn Herwig zur Verfügung. Unter die Haut geht das Tagebuch mit Fotos von Emil Leutgeb aus Stans. Selbst der Sattel des Arztes Hans Neuner, der 1916 als einjährig Freiwilliger bei der berittenen Artillerie diente, ist in der Ausstellung zu sehen. Der Mediziner war in Jenbach eine Legende, da er auf dem Pferd zur Visite kam. Im Rang eines Zugsführers rückte Alt-Landeshauptmann Alois Grauß, ein Jenbacher, bei den Kaiserjägern ein. „Kaum jemand weiß, dass er von einer Lawine verschüttet wurde und gerettet werden konnte. Im Ersten Weltkrieg starben allein 60.000 Menschen durch Lawinen“, verrät Walter Felkel. Die Transportkiste, mit der Alois Grauß einrückte, ist eine der vielen Leihgaben für die Sonderausstellung.
„Mir ging es auch darum, den Unterschied von Kaiserjägern, Kaiserschützen, Standschützen, Landsturm und Landwehr herauszuarbeiten“, meint Erika Felkel. Neben dem immensen Blutzoll, den der Krieg zwischen 1914 und 1918 verursachte, sind auch die Kosten beträchtlich. „Da wäre nach heutigem Maßstab von 127,7 Milliarden Euro die Rede. Dabei gingen allein 15 Milliarden Euro auf das Konto von Österreich-Ungarn“, wissen die Museumsleute. Ganz klar, dass auch das Jenbacher Hüttenwerk der Kriegsproduktion dienen musste. Bis zu 400 Arbeiter waren zeitweise bei der Granatenproduktion.
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