Roche wehrte sich gegen Kritik am Grippemittel Tamiflu
Zürich (APA/Reuters) - Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat die Kritik an der Wirksamkeit des Grippemedikaments Tamiflu vehement ...
Zürich (APA/Reuters) - Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat die Kritik an der Wirksamkeit des Grippemedikaments Tamiflu vehement zurückgewiesen. „Roche stimmt mit den Schlussfolgerungen des Cochrane-Berichts grundsätzlich nicht überein“, sagte Konzern-Chef Severin Schwan am Dienstag bei der Bekanntgabe der Umsatzzahlen für das erste Quartal.
Tamiflu bleibe ein wichtiges Medikament gegen Grippe. Wissenschafter des internationalen Forschungsnetzwerks waren jüngst zum Schluss gekommen, dass Tamiflu nur schwach wirkt und dass Nebenwirkungen wie Schnupfen, Kopfschmerzen und Brechreiz bisher zu wenig beachtet worden seien.
Der Frage nach möglichen Auswirkungen der Forscherkritik auf den Tamiflu-Umsatz wich Schwan aus. Der Verkauf des Präparats hänge vom Verlauf der Grippesaison ab und schwanke stark, erklärte er. In Deutschland etwa will SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Bund und Länder nicht länger zur Einlagerung des Medikaments verpflichten.
Tamiflu wurde zu einem Umsatzrenner, nachdem 2003 in Hongkong das Vogelgrippe-Virus entdeckt wurde und 2009 die Angst vor einer Schweinegrippe-Pandemie umging - und Roche erlöste damit Milliarden. In Österreich darf „Tamiflu“ nur dann auf Kassenrezept verschrieben werden, wenn die Erkrankungszahlen über einen Schwellenwert von 10.000 Neuerkrankungen an Influenza oder banalen Erkältungen überschreitet. Das wird vom Department für Virologie der MedUni Wien registriert.
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