Polen: Aktion für Wiederaufbau der Nationalgarde
Warschau (APA) - Angesichts der angespannten politischen Lage in Osteuropa wegen der Ukraine-Krise haben Mitglieder der Bewegung „Obrona Nar...
Warschau (APA) - Angesichts der angespannten politischen Lage in Osteuropa wegen der Ukraine-Krise haben Mitglieder der Bewegung „Obrona Narodowa.pl“ in Polen mit einer Kampagne für eine freiwillige Territorialverteidigung begonnen. Sie denken laut der Zeitung „Rzeczpospolita“ vom Dienstag diverse Modelle von Bürgerwehren an und wollen in einer Unterschriftenaktion an Präsident Bronislaw Komorowski appellieren.
In dem Appell sprechen sich die Mitglieder der Bewegung „Obrona Narodowa.pl“ (Nationalverteidigung) für den Wiederaufbau der Territorialverteidigung aus. Die Initiatoren der Aktion sind der Meinung, dass in jedem polnischen Bezirk freiwillige Militäreinheiten nach dem Vorbild der US-Nationalgarde oder der schwedischen Hemvarner gegründet werden könnten, die im Falle eines Krieges oder einer Naturkatastrophe die Berufsarmee unterstützten. Die neue Struktur solle die Traditionen der Landesarmee „Armia Krajowa“ fortsetzen, die während des Zweiten Weltkrieges gegen deutsche Nazis und nach dessen Ende gegen das kommunistische Regime gekämpft hatte.
Experten zufolge hat Polen großes Potenzial für die Gründung freiwilliger Streitkräfte. Im Gespräch mit der „Rzeczpospolita“ schätzte Jozef Marczak aus der Akademie für Nationale Verteidigung, dass zwischen 600.000 und 800.000 Menschen in Polen in paramilitärischen Organisationen tätig seien. Selbst der Bewegung der Nationalverteidigung gehörten rund 40.000 aktive und ehemalige Soldaten, Polizisten, aber auch Zivilisten an.
Die aus 100.000 Soldaten bestehende Berufsarmee wird derzeit zwar von nationalen Reserveeinheiten unterstützt, diese bestehen aber aus lediglich 10.000 Mann. Premier Donald Tusk schloss am Montag bei einem Treffen mit Soldaten in der Luftwaffen-Basis in Lask eine breitere Nutzung der freiwilligen Kräfte nicht aus. Eine Rückkehr zur Pflichtarmee sei jedoch nicht geplant.
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