Schiffs- und Immobilienfonds - Auch RLB NÖ-Wien verglich sich mit VKI

Wien (APA) - In Sachen Schiffs- und Immobilienfonds hat sich nach der Erste Bank auch die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien mit dem...

Wien (APA) - In Sachen Schiffs- und Immobilienfonds hat sich nach der Erste Bank auch die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) verglichen. Die Bank will etwa 80 Kunden bis zu 30 Prozent ihrer erlittenen Schäden zahlen. Der VKI hofft auf außergerichtliche Einigungen mit weiteren Banken, hält aber seine Klagsdrohung aufrecht.

„Bei unserer Sammelintervention haben sich 750 Leute gemeldet, die sich durch ihre Bank falsch beraten sehen“, sagte VKI-Chefjurist Peter Kolba am Dienstag zur APA. „Rund 250 Personen haben uns ihre Ansprüche abgetreten.“ Es seien dies regionale Raiffeisenbanken in Niederösterreich sowie Volks- und Hypobanken.

Vor allem bei den Raiffeisenbanken geht Kolba davon aus, dass man nach dem Vergleich mit der RLB NÖ-Wien ebenfalls zu einer außergerichtlichen Einigung kommt. An die Volksbanken und Hypos wollen die Verbraucherschützer erneut herantreten. Sollten die Institute nicht vergleichswillig sein, „werden wir‘s ausprozessieren. Wir haben mit dem deutschen Prozessfinanzierer Foris einen starken Partner an Bord.“

In Österreich haben rund 20.000 Österreicher an die 700 Mio. Euro in geschlossene Fonds investiert, die mit dem Geld Containerschiffe oder Bürogebäude kauften. Im Gefolge der Krise gerieten die mehrheitlich aus Deutschland stammenden Fonds aber unter Wasser. Zahlreiche Anleger sind jetzt nicht nur mit Verlusten, sondern auch mit Rückzahlungsforderungen konfrontiert - bei geschlossenen Fonds werden die Anleger nämlich zu Kommanditisten: wenn es nicht gut läuft, müssen sie Geld nachschießen. Österreichische Banken haben Schiffs- und Immofonds jahrelang in großem Stil an ihre Kunden gebracht. Sie haben bei der Vermittlung hohe Provisionen kassiert. Der VKI wirft den Geldhäusern vor, die Anleger nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt zu haben.

~ WEB http://www.konsument.at ~ APA388 2014-04-15/14:49