Fusion von Hapag-Lloyd und CSAV fast perfekt - Insider
Hamburg (APA/Reuters) - Die Fusion von Deutschlands größter Containerlinie Hapag-Lloyd mit ihrem chilenischen Konkurrenten CSAV ist Unterneh...
Hamburg (APA/Reuters) - Die Fusion von Deutschlands größter Containerlinie Hapag-Lloyd mit ihrem chilenischen Konkurrenten CSAV ist Unternehmenskreisen zufolge so gut wie unter Dach und Fach. Die Verhandlungen befänden sich auf der Zielgeraden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
Einer der Insider fügte hinzu, es seien noch einige Details zu klären, bis die Verträge unterzeichnet werden könnten. „Wenn Sie mich fragen, ob wir nach einem 10.000-Meter-Lauf zehn Meter oder 400 Meter vor dem Ziel sind, ich weiß es nicht“, fügte die Person hinzu. Ein Abschluss vor Ostern sei jedoch möglich. Die Tageszeitung „Die Welt“ hatte zuvor unter Berufung auf Verhandlungskreise vorab berichtet, die Verträge sollten am Mittwoch unterschrieben werden. Hapag-Lloyd wollte sich nicht äußern, von CSAV war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.
Die Eigner der chilenischen Reederei Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) hatten erst vor wenigen Wochen die Weichen für einen Zusammenschluss mit Hapag-Lloyd gestellt. Fast 85 Prozent stimmten damals den Plänen für eine Zusammenlegung des Containergeschäfts mit der Hamburger Traditionsreederei zu. Zudem beschloss die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung um 200 Mio. Dollar (144,65 Mio. Euro). Mit dem Geld will CSAV sieben neue Containerschiffe finanzieren, die im Zuge des geplanten Zusammenschlusses bei Hapag-Lloyd eingebracht werden sollen. Dadurch soll CSAV einen Anteil von 30 Prozent an der größten deutschen Linienreederei erhalten.
Das Votum für den Zusammenschluss gilt unter dem Vorbehalt, dass sich nicht mehr als 5 Prozent der CSAV-Minderheitsaktionäre ihre Anteile ausbezahlen lassen. Dafür besteht eine Frist bis Ostersonntag. Bis dahin können Minderheitsaktionäre ihre Anteile noch zu einem festgelegten Preis an CSAV verkaufen.
Die beiden Reedereien hatten im Jänner eine Absichtserklärung unterzeichnet. Danach wurden die Bücher für die Bewertung der beiden Gesellschaften geprüft. Dies ist Grundlage dafür, wie viele Anteile CSAV für sein Containergeschäft erhalten wird. Bei einer Kapitalerhöhung der fusionierten Gesellschaft um 370 Mio. Euro soll CSAV 70 Prozent der Aktien zeichnen. Der Anteil der Chilenen an Hapag-Lloyd soll dadurch auf rund 34 Prozent klettern. Eine weitere Kapitalerhöhung um 370 Mio. Euro ist im Zuge eines späteren Börsengangs binnen eines Jahres nach der Fusion geplant. Der Reisekonzern TUI, der noch mit 22 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt ist, dringt immer wieder auf einen Börsengang des Unternehmens. Der Gang der Traditionsreederei auf das Parkett war in den vergangenen Jahren mehrfach ins Auge gefasst worden, zuletzt Anfang 2011.
Gekoppelt an den Zusammenschluss wollen CSAV und die beiden Haupteigner von Hapag-Lloyd, der Milliardär Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg, einen Aktionärsvertrag schließen, wonach sie künftig mit einer Stimme sprechen und Beschlüsse gemeinsam tragen. Das neue Bündnis wird drei Viertel der Anteile an dem Unternehmen halten. Die Hamburger würden durch die Fusion zur Nummer vier in der Weltliga der Containerschifffahrt aufsteigen. Hapag-Lloyd ist mit 151 Schiffen und einer Kapazität von rund 700.000 Standardcontainern die weltweit fünftgrößte Contanierlinie. CSAV liegt mit 260.000 Standardcontainern auf Rang 20. Weltmarktführer ist die dänische Maersk Linie.
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