Russische Regierung fürchtet Nullwachstum wegen Ukraine-Krise
Moskau/Kiew (APA/AFP) - Die Ukraine-Krise könnte in diesem Jahr ein Wachstum der russischen Wirtschaft verhindern. Das Plus beim Bruttoinlan...
Moskau/Kiew (APA/AFP) - Die Ukraine-Krise könnte in diesem Jahr ein Wachstum der russischen Wirtschaft verhindern. Das Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde auf etwa 0,5 Prozent geschätzt - „vielleicht wird es um Null herum liegen“, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Dienstag auf einer Kabinettssitzung, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.
Die russische Wirtschaft sei in „der schwierigsten Lage seit der Krise 2008“. Als einen Grund führte Siluanow die umfangreiche Kapitalflucht aus dem Land an. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 63 Mrd. Dollar (45,56 Mrd. Euro) abgezogen worden. „Fortgesetzte Kapitalflucht reduziert die Möglichkeiten für wirtschaftliche Investitionen und birgt Risiken für den Staatshaushalt“, sagte der Minister.
Siluanow ermahnte zugleich Ministerpräsident Dmitri Medwedew, nicht zu viel Geld für die an Russland angegliederte Halbinsel Krim auszugeben. Die bisherigen Pläne für Investitionen auf der Krim seien gemacht worden, ohne den dort vorhandenen Bedarf überhaupt zu analysieren. Moskau hat neben hohen Investitionen in die Infrastruktur der Krim auch höhere Löhne und Rentenzahlungen für die Bewohner versprochen.
Das Wirtschaftswachstum in Russland hat sich in den vergangenen Jahren bereits verlangsamt. 2013 legte das BIP um 1,4 Prozent zu - das war der kleinste Wert seit der Rezession von 2008 und 2009. Wegen des Konflikts mit der Ukraine hatte zuletzt unter anderem der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Erwartungen für das russische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 1,3 Prozent gesenkt.
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