EU-Parlament gedenkt 1914 - Schulz: Zäsur in Geschichte Europas
Straßburg (APA) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren als „Zäsur in der Geschichte Euro...
Straßburg (APA) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren als „Zäsur in der Geschichte Europas“ bezeichnet. Damals seien 65 Millionen Männer als Soldaten unter Waffen gestanden und fast jeder sechste sei gestorben. „6.000 tote Soldaten gab es an jedem Tag“.
Dazu seien sieben Millionen Tote Zivilisten gekommen. Aus dem Ersten Weltkrieg hätten sich alle folgenden Katastrophen ergeben. Jedes Volk habe dabei seine eigenen Erfahrungen mitgenommen, es reichte von Sieg bis Niederlage, von Untergang bis nationaler Wiedergeburt. Die einzige Antwort sei die Zusammenarbeit der Völker.
Der griechische EU-Ratsvorsitzende Vizeministerpräsident Evangelos Venizelos warnte am Mittwoch bei der Debatte im Europaparlament in Straßburg vor nationalen Befindlichkeiten. Es gebe immer noch wirtschaftliche, politische und kulturelle Vorurteile in Europa, deshalb sei die heutige Debatte wichtig. Die Bürger und Völker Europas seien für den Frieden und die Stabilität, sie wollten keine Binnengrenzen in der EU mehr, sondern einen einheitlichen europäischen Kontinent. Allerdings sei nichts selbstverständlich.
Die bevorstehenden EU-Wahlen im Mai bezeichnete Venizelos als wesentliche Entscheidung für die Zukunft. Am Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs scheine es heute so zu sein, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise überwunden sei. Allerdings gebe es weiter eine hohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei den Jugendlichen. Der wirtschaftliche Aufschwung sei noch nicht überall angekommen.
Dazu kämen die Krisen in der südlichen und östlichen Nachbarschaft der EU. Die Krise in den Beziehungen der EU zu Russland liege vor allem auch im Verhalten Moskaus gegenüber der Ukraine.
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