EU-Wahl - Juncker forderte Vollzeit-Chef für Euro-Finanzminister

Brüssel (APA/dpa) - Der luxemburgische Europapolitiker Jean-Claude Juncker forderte einen Vollzeit-Chef für die Eurogruppe. „Vor allem in kr...

Brüssel (APA/dpa) - Der luxemburgische Europapolitiker Jean-Claude Juncker forderte einen Vollzeit-Chef für die Eurogruppe. „Vor allem in krisengeschüttelten Zeiten wäre es absolut wünschenswert, einen permanenten Eurogruppen-Vorsitzenden zu haben“, sagte Juncker der Nachrichtenagentur dpa in Straßburg. „Diese Einsicht gewinnt an Terrain.“

Der frühere luxemburgische Premier führte die Euro-Finanzminister von 2005 bis 2013. Sein Nachfolger auf dem Brüsseler Posten ist der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem.

„Der amerikanische Finanzminister kümmert sich auch nicht tagsüber um die Finanzen von Ohio und abends nach Feierabend um diejenigen der Vereinigten Staaten“, sagte Juncker, der Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl ist. Für einen ständigen Eurogruppenchef müssten auch nicht die EU-Verträge geändert werden.

„Es braucht eine starke ausgeprägte wirtschaftliche Steuerung in der Eurozone. Und wenn dies mit bestehenden Instrumenten nicht gewährleistet werden kann, dann darf man auch vor Vertragsänderungen nicht zurückschrecken - eingedenk aller Risiken, die ein derartiges Unterfangen in sich trägt“, sagte Juncker. Deutschland und Frankreich hatten sich bereits 2013 für einen Vollzeit-Präsidenten der Eurogruppe ausgesprochen. Dijsselbloem führt das Amt im Nebenjob - sein Mandat läuft noch bis Mitte 2015.