Tschechien: Zeman bezeichnete Timoschenko indirekt als „Gangsterin“

Prag/Kiew/Moskau (APA) - Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat die frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko, die si...

Prag/Kiew/Moskau (APA) - Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat die frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko, die sich um das Präsidentschaftsamt bewirbt, indirekt als „Gangsterin“ bezeichnet. Die Ukraine werde künftig einen starken Führer brauchen „und nicht einen der Gangster, die zuvor regiert haben“, sagte er bei einer Debatte mit Studierenden laut tschechischen Medienberichten vom Mittwoch.

„Auch wenn es eine Frau mit Engelslächeln und schönen Zöpfen war“, fügte Zeman hinzu und deutete somit an, dass Timoschenko in seinen Augen zu jenen Gangstern zähle. Die Debatte führte der Staatschef mit Studierenden der Universität im ostböhmischen Hradec Kralove (Königgrätz).

Das Wesentliche der ukrainischen Revolution sei, dass Gangster gegen andere Gangster kämpften, meinte Zeman. „Jeder, der bewaffnet in eine Polizeidienststelle oder in irgendein öffentliches Gebäude eindringt, ist ein Verbrecher. Egal, ob es auf dem Maidan-Platz in Kiew oder in Donezk oder irgendwo anders geschieht“, so der Staatschef.

Der Präsident sprach sich zudem gegen eine derzeitige Wirtschaftshilfe für die Ukraine aus. Dies sei nicht in den Kräften Tschechiens oder der EU, weil diese Gelder in den Taschen von Oligarchen landen würden und nicht zur durchschnittlichen Bevölkerung gelangten. Erst wenn es in der ukrainischen politischen Szene zu entsprechenden Änderungen komme, sei die Erwägung von finanzieller Hilfe für die Ukraine nützlich - vor allem mittels des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.

Über den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin sagte Zeman: „Er ist ein kühler Schachspieler, der alle Schwächen seiner Gegner zu nutzen weiß.“ Dafür erntete er Beifall von den Studierenden.