Fährunglück vor Südkorea - Suche nach 300 Vermissten

Seoul (APA/dpa/Reuters) - Eine Fähre mit 459 Menschen an Bord ist vor der Küste Südkoreas gesunken. Wenige Stunden nach dem Untergang Mittwo...

Seoul (APA/dpa/Reuters) - Eine Fähre mit 459 Menschen an Bord ist vor der Küste Südkoreas gesunken. Wenige Stunden nach dem Untergang Mittwoch früh galten fast 300 Menschen offiziell noch als vermisst. Die Behörden bestätigten den Tod von zwei Insassen. Die Küstenwache befürchtete, dass zahlreiche Passagiere und Besatzungsmitglieder im Innern der „Sewol“ eingeschlossen wurden.

An Bord waren laut CNN 325 Schüler und 15 Lehrer, die zu einem Ausflug in Richtung der südlichen Ferieninsel Cheju unterwegs waren. Zudem befanden sich 89 weitere Passagiere und 30 Besatzungsmitglieder am Schiff. Die Ursache des Unglücks vor der Südwestküste war noch unklar, die Fähre war in Seenot geraten.

Der eingerichtete Krisenstab der Regierung teilte mit, bis zum frühen Nachmittag sei die Rettung von etwa 180 Menschen bestätigt worden. Die Lage war unübersichtlich. Unklar war etwa, wie viele Menschen möglicherweise von herbeieilenden Fischerbooten in Sicherheit gebracht wurden. Kurz nach dem Untergang war zunächst von etwas mehr als 100 Vermissten die Rede gewesen, später korrigierte die Regierung diese Zahl, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Nach dem Eingang eines Notrufs der Besatzung lief eine groß angelegte Rettungsaktion an. Die Fähre hatte zunächst Schlagseite bekommen, bevor sie komplett sank. Schließlich ragte nur noch ein kleiner Teil des Rumpfs aus dem Wasser. Rundherum schwammen Trümmerteile und mindestens ein aufblasbares Rettungsboot.

Experten vermuteten, dass die Fähre auf einen Felsen gelaufen sein könnte. Mehrere Passagiere sprachen im Fernsehen von einem schweren Schlag, bevor das Schiff gestoppt habe. Über die Wetterlage herrschte Unklarheit: Einige Medien berichteten, es sei zur Unglückszeit nebelig gewesen.

Nach abweichenden Angaben waren 400 bis 500 Menschen an Bord, als die „Sewol“ am Abend vorher die westliche Küstenstadt Inchon verlassen hatte. Laut US-Sender CNN, der die Behörden zitierte, handelt es sich um 459 Menschen an Bord. Die Fähre ist für rund 900 Menschen zugelassen, ist 146 Meter lang und wurde 1994 in Japan gebaut. An Bord befanden sich auch rund 150 Autos.

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