Dem Zauber Indiens erlegen
Die Dölsacherin Eva Maria Fleissner entdeckte schon früh ihre Liebe zum Subkontinent, später auch jene zu einem Inder. Doch die 27-Jährige hat noch mehr Talente.
Von Catharina Oblasser
Dölsach, Lienz, Wien –Vielseitig interessiert war Eva Maria Fleissner schon in der Schulzeit. Der heute 27-Jährige, die aus Dölsach stammt, haben es vor allem fremde Kulturen angetan. „Schon im Gymnasium habe ich begonnen, mich für Indien zu interessieren“, sagt sie. Einer der Auslöser war der Roman „Siddhartha“ von Hermann Hesse. Dann bekam sie von ihrer Mutter eine CD mit indischer Meditationsmusik geschenkt. „Irgendwie hat sich meine Begeisterung für diese Kultur verselbstständigt“, erzählt die junge Dölsacherin, die heute in Wien lebt.
Musikalisches war Eva Maria schon im Teenager-Alter nicht fremd. „Ich habe viele Instrumente gespielt, Zither, Klavier und Orgel. Geblieben bin ich bei Klavier, wo ich schon ziemlich fortgeschritten bin.“ Inzwischen hat die mittlere von drei Schwestern ihren Horizont enorm erweitert. Nach der Matura am Gymnasium Lienz reiste sie nach Indien und lernte dort in einem Kurs für Touristen die indische Musik kennen. Das genügte ihr aber nicht.
„Ich nahm eines der Instrumente mit nach Wien, wo ich inzwischen studierte“, berichtet die Dölsacherin. Die Suche nach einem passenden Lehrer brachte Eva Maria auch privates Glück. Der Inder Alokesh Chandra wurde nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ihr Freund. Seither reisen die beiden fast jedes Jahr nach Indien.
Gemeinsam mit Alokesh Chandra wird die Osttirolerin vieles von dem, was sie erlernte, in Lienz zum Besten geben: und zwar am kommenden Samstag, den 26. April. Da tritt sie mit Chandra und dem Musiker Haider Khan in der Spitalskirche auf. Eva Maria wird die Tanpura spielen, ein Begleitinstrument, das den Grundton vorgibt. Die traditionelle indische Kleidung wird übrigens meist nur für das Konzert getragen, nicht zum Üben. „Außer ich will mich innerlich nach Indien versetzen“, lacht sie.
Abgesehen von der Musik will sich die 27-Jährige auch auf anderer Basis ihrem Traumland Indien annähern. „Seit 2012 lerne ich Hindi“, sagt sie. Die Sprache ist nicht so einfach, ist doch zu allererst eine neue Schrift zu erlernen. „Außerdem hat Hindi Laute, die es bei uns gar nicht gibt. Auch die Satzstellung ist anders“, schildert Eva Maria die Herausforderung.
Dabei hat sie Erfahrung mit fremden Alphabeten. Als die Osttirolerin ihr Studium der Politikwissenschaften antrat, das sie 2012 abschloss, wandte sie sich im Rahmen der Freifächer der Judaistik zu. „Ich habe begonnen, Hebräisch zu lernen. Das Besondere daran ist nicht nur die andere Schrift, sondern auch, dass nur die Konsonanten geschrieben werden. Den Rest muss man selbst dazufügen.“
Damit nicht genug der Talente. Schon als 16-Jährige stellte Eva Maria Fleissner ihrer Begabung als Schauspielerin unter Beweis. 2003, als der Film „Schwabenkinder“ in Osttirol gedreht wurde, stand sie mit Tobias Moretti vor der Kamera.
Ihre Zukunft sieht die vielseitig Talentierte aber wieder in Indien. Sie möchte bei einer Hilfsorganisation, wie etwa der Caritas, in der Auslandshilfe mitarbeiten.
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