Pflanzen-Tauschmarkt im Zillertal
Die Obst- und Gartenbauvereine setzen sich für den Erhalt alter Saatgutsorten ein.
Von Angela Dähling
Hippach –Die Zillertaler Obst- und Gartenbauvereine machen gemeinsame Sache. Sie wollen für den Erhalt alter Saatgutsorten kämpfen und sich damit einer weltweit wachsenden Bewegung anschließen. „Eine Hand voll Konzerne wollen den Saatgutmarkt monopolisieren. Immer mehr neue Sorten sind F1-Hybriden und damit für die Nachzucht nicht geeignet“, erklärt Alexander Würtenberger vom Obst- und Gartenbauverein Hippach-Ramsau-Schwendau.
Der Verein lädt gemeinsam mit dem Verein Urkorn und der Gärtnerei der Lebenshilfe Ramsau am morgigen Samstag, 19. April, von 9 bis 12 Uhr, zum 1. Zillertaler Jungpflanzen-Tauschmarkt auf den Festplatz im Hippacher Ortsteil Laimach. Selbst gezogene Jungpflanzen, Saatgut alter und seltener Sorten aus eigener Saatguternte sowie eigene Ernteprodukte werden angeboten. „Es wird nicht nur getauscht, sondern auch verkauft“, erklärt Würtenberger. Für das leibliche Wohl sorgt der örtliche Bienenzuchtverein. Es ist dies die Auftaktveranstaltung für ein Zillertaler Netzwerk zur Erhaltung alter Kultursorten und der Pflanzenvielfalt.
„Solche Tauschmärkte werden die Obst- und Gartenbauvereine des Zillertals künftig abwechselnd abhalten“, erklärt Wechselberger.
Da im Handel in der EU nur noch zugelassene Sorten sein dürfen, sind alte Sorten schwer erhältlich und teilweise vom Aussterben bedroht. „Neue Sorten dürfen nicht selbst vermehrt werden, bzw. es muss dafür teuer bezahlt werden“, erklärt Würtenberger. Die meisten Neuzüchtungen würden aus klimatisch bevorzugten Gebieten stammen und seien daher für das Tiroler Klima weniger oder gar nicht geeignet. „Außerdem haben sie häufig wesentlich weniger wertvolle Inhaltstoffe, als dies bei alten Sorten der Fall ist“, weiß Würtenberger. „Es ist zu befürchten, dass dies ein genereller Nebeneffekt ist bei Züchtung auf mehr Masse, weil äußere Qualität wichtiger als innere Qualität ist.“
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