Neun Jahre eingesperrt

Schwester rettete 15-Jährige aus qualvoller Gefangenschaft

Die Argentinierin wurde von ihren Pflegeltern in einer Garage gefangen gehalten. Sie wog nur 20 Kilo, als sie gefunden wurde. Ihre leibliche Schwester hatte die Behörden informiert.

Buenos Aires - Eine völlig unterernährte 15-Jährige wurde von der argentischen Polizei aus jahrelanger Gefangenschaft befreit. Das Mädchen war von seinen Adoptiveltern in einer Garage in Buenos Aires eingesperrt und misshandelt worden. Ihre Rettung verdankt die Jugendliche ihrer leiblichen Schwester, die sich auf die Suche nach ihr gemacht hatte. Das Mädchen wurde bereits im November befreit, der Fall wurde aber erst jetzt bekannt.

Mit zwei Jahren wurde die heute 15-Jährige in die Obhut der Pflegeeltern gegeben. Ein Gericht hatte entschieden, dass ihre Eltern, die noch sieben weitere Kinder hatten, zu arm waren, um für das Mädchen zu sorgen. Vier Jahre lang hatten die beiden Familien noch Kontakt. Doch 2005 riss er ab – und ein unfassbares Martyrium für das Kind begann.

Affe und Hund als einzige Gesellschaft

Neun Jahre war sie in einer Garage eingesperrt – nur ein Affe und ein Hund leisteten ihr Gesellschaft. Argentinische Medien berichten, dass sie an Haken gekettet wurde, um ihre Flucht zu verhindern. Der Polizei sagte die 15-Jährige, dass sie nur zwei Mal ihr Gefängnis verlassen durfte. Zu Essen bekam das Mädchen nur Wasser und Brot. Wenn sie versuchte, die Reste zu essen, die den Tieren vorgeworfen wurden, sei sie mit einem Gürtel geschlagen worden. Die Jugendliche wog gerade einmal 20 Kilo, als sie befreit wurde und wies auch Entwicklungsstörungen auf.

Die Pflegeltern sollen Ermittlern zufolge Anhänger des Kults „San La Muerte“ sein, der den „Heiligen Tod“ verehrt. In dem Haus sei ein Altar sowie mehrere Statuen des „Heiligen Tods“ gefunden worden. Das Paar hatte einen Adoptionsantrag für das Mädchen gestellt, der in Kürze abgeschlossen werden sollte.

Nach Jusztizangaben hatte sich eine der leiblichen Schwestern, die vor Kurzem 18 Jahre alt geworden ist, auf die Suche nach dem Mädchen gemacht und schließlich die Behörden eingeschaltet.

Die Pflegeeltern wurden verhaftet und wegen des Vorwurfs der Sklaverei, der schweren Körperverletzung und Freiheitsberaubung angezeigt. Der Fall kam erst am Mittwoch (Ortszeit) ans Licht, nachdem Medienangaben zufolge ein Antrag auf Haftaussetzung für das Paar abgelehnt wurde.

Die 15-Jährige wurde nach ihrer Befreiung ins Krankenhaus gebracht. „Glücklicherweise, hat sich ihr Befinden deutlich verbessert. Sie hat zugenommen, und der Gesundheitszustand ist stabil“, zitierte die argentinische Zeitung „Clarín“ am Donnerstag Justizkreise. (tt.com, dpa, APA/AFP)